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Netflix kontert Anti-Gay-Meme – und das Netz applaudiert

«Jede schwule Person ist wichtig», findet Netflix.

Anti-Gay-Meme
(Bild: Twitter)

Ein Twitter-User ärgerte sich darüber, dass seine Serienwelt von so furchtbar vielen LGBTIQ-Charakteren heimgesucht wird. Er packte seinen Frust in ein «kreatives» Meme, das Netflix gar nicht gefiel.

Wenn jemand Netflix-Figuren angreift, kennt der Streamingdienst kein Pardon. Vor allem nicht dann, wenn die Charaktere zu einer Minderheit gehören. Dies musste ein Twitter-User kürzlich auf die harte Tour lernen. Dieser störte sich nämlich an den vermehrt auftretenden homosexuellen Figuren in den Netflix-Serien. Den Frust über die Tatsache, dass seine Serienwelt nicht mehr hundertprozentig LGBTIQ-frei ist, packte er in ein Anti-Gay-Meme.

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SpongeBob unter dem Regenbogen
Das Bild zeigt Patrick aus der Trickfilmserie «SpongeBob Schwammkopf», wie er einen riesigen Kürbis durch einen Trichter in den Mund von SpongeBob quetschen will. Patrick steht dabei für Netflix, der Kürbis ist als «eine unnötige schwule («gay») Figur» angeschrieben und SpongeBob verkörpert «jede neue Serie».

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Diesen schwulenfeindlichen Angriff wollte Netflix nicht ignorieren. Als der Tweet an Likes gewann, holte Netflix zum Gegenschlag aus. «Es tut uns leid, dass du noch begreifen musst, dass jede schwule Person wichtig ist», hiess es in der Reaktion.

Ein Netflix-Konkurrent griff auch noch in das Geschehen ein. Amazon Prime unterstützte Netflix und nahm hierfür ebenfalls Material aus «SpongeBob». Das kurze Video zeigt den beliebten Schwamm in Hose, wie er mit seinen Händen einen Regenbogen in die Luft zaubert.

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Positive Reaktionen
Viele weitere User*innen applaudierten Netflix für die unmissverständliche Antwort auf das Anti-Gay-Meme. Für den Twitter-User Adam und dessen Unterstützer*innen hatte jemand einen guten Wunsch parat: «Ich hoffe, die Leute, die das geteilt und geliked haben, geniessen die 99% des Inhalts, der sündhaft langweilig und heterosexuell bleibt.»

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Immerhin steigt die Anzahl von queeren Figuren in Serien und Filmen tatsächlich jährlich, wie auch ein Bericht der LGBTIQ-Organisation GLAAD zeigt. Hier haben wir euch ein Dutzend LGBTIQ-Serien vorgestellt.

Silvan Hess

Geschrieben von

Silvan Hess (*1992) lebt in der Nähe von Zürich, hat an der Uni Zürich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft im Hauptfach und Filmwissenschaft und Philosophie in den Nebenfächern studiert und arbeitet seit 2012 als freischaffender Journalist.

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