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Die Pandemie hat Afrika erreicht – LGBTIQ-Flüchtlinge in Not

Ein Hilferuf aus Kakuma in Kenia, dem grössten Flüchtlingslager der Welt

LGBTIQ-Flüchtlinge
Protest der LGBTIQ-Flüchtlinge vor dem UNHCR (Foto: Facebook)

Viele LGBTIQ-Flüchtlinge haben bereits mit einem geschwächten Immunsystem zu kämpfen und erhalten unzureichende medizinische Versorgung. In Kenia sind sie auf sich allein gestellt.

Im Kampf gegen das Virus haben bereits mehrere afrikanische Staaten ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. In Südafrika gilt schon eine dreiwöchige Ausgangssperre, die Einhaltung setzen Polizei und Militär durch. Kenia setzt vor allem auf Einreisestopps, auch Versammlungen sind verboten.

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Kakuma ist das grösste Flüchtlingslager der Welt und befindet sich in Kenia. Das Lager ist für nur 70’000 Geflüchtete gebaut, mittlerweile kämpfen dort aber 200’000 Menschen um ihr Überleben.

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Viele seien LGBTIQ. Sie mussten aus unseren Heimatländern fliehen, um Gewalttaten, Morddrohungen oder Mob-Angriffen zu entkommen – oft gingen diese von ihren eigenen Familien und Nachbarn aus.

Auf der Suche nach einem neuen Leben trafen sie auf noch mehr Leid. Sie müssen auf engstem Raum und in unhygienischen Verhältnissen zusammenleben, haben keine Seife oder medizinische Versorgung und kaum genug Essen, um den Hunger zu stillen. Auch den homo- und transphoben Angriffen der anderen Geflüchteten seien sie schutzlos ausgeliefert, schreibt uns Paul von AllOut.

Vor wenigen Monaten verprügelte die Polizei dort LGBTIQ-Flüchtlinge und setzte Tränengas gegen sie ein, weil sie friedlich gegen die menschenunwürdigen Bedingungen des Lagers protestierten (MANNSCHAFT berichtete). Eine Antwort, die uns das UNHCR im Dezember ankündigte, ist bis heute ausgeblieben.

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Und nun ist das Coronavirus in Afrika angekommen, die Anzahl der Infizierungen steigt täglich. Was wird passieren, wenn es das Kakuma Flüchtlingslager erreicht? Viele LGBTIQ-Geflüchtete haben bereits mit einem geschwächten Immunsystem zu kämpfen und erhalten unzureichende medizinische Versorgung. Dazu kommt, dass sie nur ein Krankenhaus haben und dieses mit lediglich 180 Betten ausgestattet ist.

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Auf so engem Raum und mit so wenig Ressourcen ist «soziale Distanz» absolut unmöglich. Wie grauenhaft die Folgen sein werden, kann man sich jetzt schon ausmalen. Deshalb haben sich die Refugee Coalition of East Africa, die African Human Rights Coalition und All Out zusammengeschlossen, um eine Notaktion zu starten.

Die LGBTIQ-Community in Kakuma ist auf sich alleine gestellt. Hier kann man spenden, um richtige Nahrung, Behausung und medizinische Behandlungen zu ermöglichen.

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