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«Small Town Boy» von Falk Richter feiert Streaming-Premiere

Am Mittwoch, den 1. April um 18 Uhr

SMALL TOWN BOY
Szene aus «Small Town Boy» (Foto: Ute Langkafel)

Theater in der Corona-Zwangspause: Jeden Mittwoch um 18 Uhr geht eine Aufzeichnung einer Inszenierung des Berliner Gorki-Theaters für 24 Stunden online. Den Anfang macht das Erfolgsstück «Small Town Boy» von Falk Richter.

Als erster Gorki-Stream geht «Small Town Boy» an den Streaming-Start: London, New York, Berlin – ferne Metropolen sind der Ort, an dem sich Menschen neu erfinden können, traditionelle Rollen in Frage stellen, ihre Zugehörigkeiten aushandeln, Partnerschaft und Familie neu definieren und all das ausprobieren, was ihnen die Familie Zuhause verweigert hat, zu leben. Kann man anders Mann sein? Anders Frau? Kann man Herrschaft verweigern, anders lieben und leben?

Falk Richter und das Ensemble wagen sich auf das diskursive Schlachtfeld und erkunden, was passiert, wenn die jungen Männer aus dem Patriarchat aussteigen und einfach machen, worauf sie Lust haben. 2014 feierte Richter mit seinem Stück «Small Town Boy» am Berliner Maxim Gorki Theater Premiere. Er gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Theaterregisseure und Dramatiker. 

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«Für mich ist Small Town Boy ein ganz wichtiges Stück, mit dem ich mich ganz klar gesellschaftspolitisch positioniert habe für LGBTI-Rechte und die Gleichstellung von Schwulen und Lesben», so Falk Richter gegenüber MANNSCHAFT.

Falk Richter
Falk Richter (Foto: Esra Rotthoff)

«Es wurde viel besprochen, unglaublich kontrovers, es wurde teilweise stark angegriffen, aber ich hatte und habe das Gefühl, dass es in der Community angekommen ist. Ich habe unglaublich viele Zuschriften bekommen über Facebook und E-Mail. Schwule und Lesben haben mir geschrieben, dass sie sich das erste Mal im Theater verstanden gefühlt haben, dass mein Text ihnen Mut gemacht und Kraft gegeben hat, sich in der Öffentlichkeit selbstbewusst zu bewegen und politisch Stellung zu beziehen.»

Das Stück lief u.a. am Badischen Staatstheater in Karlsruhe, auch Theater in Tschechien und den Niederlanden haben das Stück auf den Spielplan gesetzt. Bei der Vorbereitung zur Inszenierung habe er sich etwa 50 schwule Film und Serien aus allen möglichen Ländern angeschaut, um zu sehen, wie der Stand der Dinge in Bezug auf queere Charaktere im internationalen Film ist, erzählte Richter weiter.

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«Wie werden eigentlich schwule Geschichten im Film erzählt? Denn zu der Zeit, vor vier, fünf Jahren, wurden sie auf der Bühne gar nicht erzählt. In jedem Land werden andere Geschichten über schwule Männer erzählt. Je fortschrittlicher in Bezug auf LGBTIQ-Rechte das Land, desto komplexer werden auch die schwulen und lesbischen Charaktere und Beziehungen.»

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Ihm sei aufgefallen, dass es in deutschen Filmen fast immer noch darum geht, dass Figuren gezeigt werden, die sich gar nicht trauen ihre Homosexualität auszuleben. «Das Drama ist immer noch die nicht-gelebte homosexuelle Identität. In Israel, den USA, Südamerika oder Skandinavien geht es meist darum, wie schwule Paare ihr Leben managen mit Adoptivkindern, wie sie Karriere und Beziehung unter einen Hut bringen, was sie machen, wenn sie sich ent-lieben und ein Dritter oder Vierter in die Beziehung eindringt.» Das gesamte Interview mit Falk Richer findest Du hier.

Im Januar hatte «In My Room» – das neue Stück von Richter – Premiere. Hier dreht sich alles um toxische Männlichkeit und die Frage: Ist die Krise der Gegenwart eine Krise der Männlichkeit? (MANNSCHAFT berichtete).

Ab Mittwoch, den 1. April steht «Small Town Boy» ab 18:00 Uhr für 24 Stunden online.

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