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Flagge zeigen am Trans Day of Visibility

Besonders am 31. März wird geschlechtliche Vielfalt sichtbar gemacht und Diskriminierung von trans Personen bekämpft

Trans Day of Visibility
Der 31. März ist der Trans Day of Visibility (Foto: Screenshot)

Noch immer erleben trans Personen Diskriminierung in der Gesellschaft und in der Community. Darauf weisen auch jene trans Menschen hin, die in der Bundeswehr dienen und bei der Polizei arbeiten. Am Internationalen Trans Day of Visibility (TDOV) heisst es darum: Flagge zeigen! Der TDOV wird seit 2009 gefeiert.

Gemeinsam stehe man für eine Welt ein, in der alle Menschen gleichberechtigt sind und respektvoll miteinander umgehen. Dies müsse auch in der Bundeswehr und der Polizei uneingeschränkt gelten  unabhängig von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität. Zwar ist eine Reform für das bisherige Transsexuellengesetz geplant, doch das sei «alter Wein in neuen Schläuchen» – so die Kritik (MANNSCHAFT berichtete).

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Die Organisationen QueerBw und VeLsPol fordern eine patientenorientierte transmedizinische Versorgung und ein klares Bekenntnis der Bundeswehr und der Polizei zu ihren transidenten Angehörigen. Es gehe um die Sensibilisierung gegenüber Diskriminierung von trans Personen und das Sichtbarmachen ihrer Beiträge zur Gesellschaft. (Bis 2000 waren Homosexuelle in der Bundeswehr strukturell benachteiligt worden. Nun soll ein Gesetzentwurf zu ihrer Rehabilitation erarbeitet werden – MANNSCHAFT berichtete).

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Der Bundesverband Trans* (BVT*) fordert rechtliche Gleichstellung, Zugang zu selbstbestimmter
Gesundheitsversorgung wie in der aktuellen medizinischen S3 Leitlinie vorgesehen, aktiven Abbau von Diskriminierung in allen Lebensbereichen und den Ausbau von Unterstützungsangeboten für trans* Personen. «Denn während Sichtbarkeit für das Einfordern von politischen und gesellschaftlichen Veränderungen wichtig ist, kann Sichtbarkeit für trans Personen nach wie vor auch Diskriminierung und Gewalt nach sich ziehen.» Das müsse sich ändern, so der BVT*.

«Wir sind alle Farben des Regenbogens», erklärte ein QueerBw-Mitglied. Mit der Umbenennung des AHsAB e.V (so hiess die Interessenvertretung queerer Angehöriger der Bundeswehr noch vor ein paar Wochen) zu QueerBw werde man dieser Entwicklung gerecht und stehe für die Rechte aller queeren Angehörigen der Bundeswehr ein.

Trans Day of Visibility
Überdie trans Bataillonskommandeurin Anastasia Biefang wurde 2019 eine Doku gedreht (Foto: Facebook)

«Ich diene Deutschland seit 26 Jahren. Aber erst seit 2015 als Frau», erklärt etwa Anastasia Biefang, Bataillonskommandeurin bei der Bundeswehr und stellvertretende Vorsitzende von QueerBw. «Damit ein Coming-out keine berufliche Hürde ist, setze ich mich für Trans*Personen in und ausser Dienst ein.»

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«Egal wie schwer es ist, egal wie viele Steine euch in den Weg gelegt werden, glaubt an euch. Haltet durch! Ihr seid nicht alleine auf diesem Weg!», sagt der 30-jährige Oberstabsgefreite Gabriel.

«Ich setze mich tagtäglich dafür ein, dass die Bundeswehr ein Ort ist, wo transgeschlechtliche Personen gerne ihren Dienst leisten», erklärt Arthur, Regionalbetreuer für Bayern und Baden-Württemberg bei QueerBw, Fähnrich an der Universität der Bundeswehr München. «Es wird Zeit, die transmedizinische Versorgung patientenorientiert zu gestalten.»

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Noch immer erleben trans Personen Diskriminierung in der Gesellschaft und in der Szene, erklärt das Jugendmedienprojekt anyway.tv. Jugendliche und junge Erwachsene berichteten von mangelnder Aufklärung in der Schule, fehlender Akzeptanz ihrer Mitmenschen, Übergriffigkeiten wie der unangebrachten Frage nach den Geschlechtsorgangen und vieles mehr.

Es gibt auch konstruktive Vorschläge an die Politik. Zerafin wünscht sich beispielsweise, dass Gewalt gegen trans Personen in NRW besser in der Statistik erfasst wird, da die Dunkelziffer noch sehr hoch sei. Und ein anderer junger Mann wehrt sich, dass das Label trans von Menschen sofort mit schwul und lesbisch in Zusammenhang gebracht wird. Dabei gibt es nicht wenige heterosexuelle trans Personen wie ihn selbst.

Das Video entstand im Rahmen des Jugendmedienprojektes anyway.tv, das vom NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration gefördert wird. Aufgrund der Corona-Situation haben die Jugendlichen ihre Statements zu Hause aufgenommen und aus verschiedenen Teilen der Welt eingesendet.

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