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Der Kreuzzug von Kim Davis gegen Ehe für alle geht weiter

Die historische Entscheidung Obergefell gegen Hodges aus dem Jahr 2015 soll aufgehoben werden

Eheöffnung in den USA
Kim Davis kann sich mit der Eheöffnung in den USA immer noch nicht anfreunden (Foto: Screenshot)

Kim Davis führt ihren Kreuzzug gegen die Eheöffnung in den USA weiter. Christlich-konservative Kräfte wollen vors Oberste Gericht ziehen.

Davis erreichte internationale Aufmerksamkeit, nachdem sie sich 2015 gegen das Urteil des Obersten Gerichtshof gesträubt und sich geweigert hatte, gleichgeschlechtliche Paare im Standesamt von Rowan County zu vermählen. Dabei berief sie sich auf die Bibel, die Ehe sei als heiliges Institut nur heterosexuellen Paaren vorbehalten. Davis selbst war viermal mit drei verschiedenen Männern verheiratet. 2017 reiste sie als Fachkraft für Homohass nach Rumänien, um dort erzkonservative Aktivist*innen in ihrem Kampf gegen LGBTIQ-Rechte zu unterstützen (MANNSCHAFT berichtete).

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Die christliche-konservative Foundation for Moral Law mit Sitz in Alabama hat laut Newsweek vergangene Woche nun beim Obersten Gerichtshof eine Klageschrift zur Unterstützung von Davis‘ Position eingereicht. Die hatte Schlagzeilen gemacht, als sie eine religiöse Befreiung in ihrem Beruf beantragte, die es ihr ermöglichen sollte, gleichgeschlechtlichen Paaren die Heiratserlaubnis zu verweigern.

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In Alabama sowie in anderen stark religiös geprägten Bundesstaaten weigerten sich viele Beamte, Homosexuelle zu trauen. Dabei liessen sich die radikalen Staatsbediensteten, wie im Fall Davis, selbst durch wütende Demonstranten nicht von ihrer Verweigerungshaltung abbringen. «Mein Glaube erlaubt mir das nicht», erklärte Davis damals.

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Die eingereichte Klageschrift drückt Unterstützung für Davis aus und geht noch einen Schritt weiter. Er fordert den Obersten Gerichtshof auf, die historische Entscheidung von Obergefell gegen Hodges aus dem Jahr 2015 aufzuheben, die zur Eheöffnung in den USA führte (MANNSCHAFT berichtete).

Die anti-LGBTIQ eingestellte, konservative Organisation will erreichen, dass die Ehe als «eine Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau fürs Leben» gilt. Kayla Moore, die Ehefrau des Stiftungsgründers sagte: «Jetzt, da Richter Kavanaugh Richter Kennedy ersetzt hat, hoffen wir, dass der Oberste Gerichtshof den Staaten wieder erlauben wird, die Ehe als das anzuerkennen, was sie ist: eine Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau fürs Leben.» Mit der Ernennung Kavanaughs im Herbst 2018 hatte US-Präsident Donald Trump die Mehrheitsverhältnisse am Supreme Court der USA auf lange Sicht nach rechts gerückt. In vielen anderen Bereichen schadet der amerikanische Präsident der LGBTIQ-Community in den USA nachhaltig (MANNSCHAFT berichtete).

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Eheöffnung in den USA war gegen «Traditionen des Volkes»
Derweil erklärte Matt Clark, der Anwalt, der die Klageschrift verfasst hat, dass die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 2015 «nicht logisch aus dem Text der Verfassung abgeleitet werden kann, der in den langjährigen Traditionen unseres Volkes zu finden ist.»

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«Obergefell hat nicht nur die Verfassung pervertiert und die Definition der Ehe geändert, sondern auch die Religionsfreiheit von Kim Davis und Millionen von Amerikanern gefährdet, die gegen eine gleichgeschlechtliche Ehe sind», so Clark.

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