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«So froh und glücklich, dass wir beim ESC mitgemacht haben»

Am Donnerstag wird der deutsche ESC-Beitrag präsentiert – darüber sprachen wir mit MiA.

MiA. ESC
Foto: Anna.k.o

MiA. melden sich zurück – und wie! Ihr neues Album (erscheint am 27. März) heisst «Limbo», der Titeltrack auch – und im Video spielt «Tagesschau»-Sprecher Thorsten Schröder die Hauptrolle. Während sich Robert um den Newsletter kümmern musste, sprachen wir mit Mieze, Gunnar und Andy über den ESC (und vieles andere).

2004 nahm MiA. beim deutschen ESC-Vorentscheid teil mit «Hungriges Herz». Das war damals ein mega Line-up – wenn man das mal zur Silvesterparty am Brandenburger Tor hinkriegen würde, könnte man sich glatt vorstellen, da mal wieder hinzugehen: Sabrina Setlur war dabei, Westbam, Scooter und Ihr.
Mieze: .. und Max Mutzke!

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Genau, der hat gewonnen!
Mieze: Dass wir da mitmachen, wurde innerhalb der Band heiss diskutiert. Weil als Elektro- und Independent-Musiker, als die wir uns damals ganz stark verstanden haben, war diese Veranstaltung natürlich viel zu sehr Mainstream. Den Ausschlag hat gegeben, dass das komplette Konzept überarbeitet wurde und es geöffnet wurde für wirklich neue Musik. Es gab wilde Stile, Westbam trat damals mit Afrika Islam an – richtig geil, richtig mutig! Und wir hatten damals schon das MiA.-Credo: Leben muss erlebt werden. Wenn du was verändern willst, musst du dabei sein. Du kannst nicht von weitem meckern: Ey, das muss aber anders werden! – und nichts machen. Es war ein steiniger Weg für «Hungriges Herz» in diese Veranstaltung. Und ich bin so froh und glücklich, dass wir das gemacht haben. Das war die Bühne und die Erfahrung, die der Song auch gebraucht hat.

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Dieses Jahr gibt es keinen deutschen Vorentscheid (MANNSCHAFT berichtete). Aus Eurer Sicht: Ist es nicht schade, als Band sowas zu verpassen?
Mieze: Dass sich so eine Veranstaltung entwickelt und verändert, halte ich für normal. Und am Ende muss man auch abwarten: Wer ist dann der Künstler oder sind die Künstler, die uns vertreten. Vielleicht wird die Suppe heisser gekocht, als sie ist.

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Gunnar: Ich bin Mieze total dankbar für das, was sie gesagt hat. Ich finde es schwierig Dinge zu bewerten, bevor sie passiert sind. Man könnte mutmassen, dass uns die eine oder andere Überraschung flöten geht. Aber wir wissen es einfach nicht. Also, erst anschauen, dann was sagen.
Andy: Ich bin generell total bei dir, aber nicht in diesem Fall: Ich glaube, es gibt eine Riesen-Community, die den ESC feiert, und denen ist es völlig Latte, wer gewinnt. Es geht um das Bunte und das Schräge. Und ich fürchte, mit den Jurys will man sich einen tiefer gelegten Gewinner zusammenbauen. Das ist für mich der einzige Grund, eine Jury einzuführen. Die ESC-Community stimmt ja nicht ab, weil die Leute glauben, dass irgendwer die besten Chancen hat. Sondern weil sie den am besten finden. Man sucht hier aber, glaube ich, einen möglichst windschnittigen Kandidaten.

Gunnar: Vielleicht hast du recht. Vielleicht sagt man hinterher: Was für eine katastrophale Idee! Machen wir nie wieder!
Mieze: Wenn ich mich richtig erinnere, wurde doch Conchita Wurst auch bestimmt vom ORF. Es gab unheimlich viele Gegenstimmen, die meinten, dass sie diese Plattform nicht kriegen sollte. Sie hat am Ende gewonnen (MANNSCHAFT berichtete) und noch soviel mehr für uns alle. Was uns natürlich flöten geht, ist eine total geile Party – das ist auch mal klar.

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A propos geile Party: «Hungriges Herz» entstand, weil du einen Flyer gefunden hattest für eine schwul-lesbische Party: «Hungrige Herzen».
Mieze: Genau!

.. und spätestens seit dem ESC habt Ihr auch viele schwule und lesbische Fans. Oder?
Gunnar: Klar, sie schreiben uns E-Mails, bitten uns, auf ihren Hochzeiten zu spielen, bei Heiratsanträgen dabei zu sein. Das sind Leute, die uns schon länger auf dem Zettel haben und denen wir was bedeuten.
Mieze: Und seit Jahren spielen wir auf den verschiedensten CSDs. Ich bin sehr sehr dankbar dafür.

Das ausführliche Interview mit MiA. erscheint im April-Heft der MANNSCHAFT (Deutschland). Hier geht es zum Abo Deutschland und hier zum Abo Schweiz.

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Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph (1971*) hat Anglistik und Germanistik in Düsseldorf studiert und arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist (SWR, WDR, MÄNNER, B.Z. etc.) Er lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin und ist bei MANNSCHAFT als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig. Ausserdem betreibt er die Podcast-Reihen "Rederei Rudolph" (Interviews) und "Mompa und ich" (Anekdoten auf 4 Beinen).

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