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TV Haßfurt kämpft für schwulen Kicker aus Ghana

Das BAMF hat seinen Asylantrag abgelehnt, nun soll eine Petition helfen

TV Haßfurt
Der TV Haßfurt kämpft für Prince Otsibu (Foto: TV Haßfurt)

Weil er als schwuler Mann in Ghana nicht sicher ist, ist Prince Otsibu nach Deutschland geflohen. Das BAMF lehnte seinen Antrag ab, doch sein Fussballverein TV Haßfurt hilft ihm tatkräftig.

Der TV Haßfurt setzt sich dafür ein, dass Prince Otsibu nicht in sein Heimatland abgeschoben wird. Prince ist schwul und müsste in Ghana mit Gefängnis rechnen. Nun versuchen die Fussballer es mit einer Petition beim bayerischen Landtag. Die Unterschriftenlisten liegen bis zum 1. Januar in der Haßfurter Stadtpfarrkirche, der Ritterkapelle, am Zeiler Käppele sowie an der Avia-Tankstelle Kaiser in der Zeiler Straße in Haßfurt aus, wie es auf der Homepage des TV Haßfurt heisst.

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Alternativ könne man auch diese Liste ausdrucken und die Unterschriften in den Briefkasten am TV-Gelände stecken oder an jedes Vorstandsmitglied geben.

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Prince Otsibu war 17, als er im vergangenen Jahr in Deutschland um Asyl bat. Auch wenn ihm in seiner Heimat Gefängnis droht und queere Menschen oft Gewalt erfahren: Ghana gilt als «sicheres Herkunftsland». Laut dem Spartacus Travel Index 2019 (MANNSCHAFT berichtete) liegt Ghana auf Platz 146 zusammen mit Ländern wie dem Irak und Kenia. Sicher es nicht, wenn man dort schwul ist. Medien berichten von religiösen Bürgerwehren, die Homosexuelle bekämpfen. In keinem Land der Welt bezeichnen sich so viele Menschen als gläubig, die Mehrheit ist christlich. Laut dem globalen Religions-Index des Gallup-Netzwerks sind es hier 96 Prozent.

Immer wieder kommt es zu Angriffen. Auch Prince geriet in die Hände einer Jugendgang, die ihm seine Homosexualität «austreiben» wollte. Er wurde schwer misshandelt und mit Säure verletzt – darum flüchtete er nach Europa. Eine Familie hat er nicht: Seine Mutter ist tot, der Vater gab ihn in eine Pflegefamilie.

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Der junge Mann musste nun glaubhaft machen, dass er schwul ist. Doch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) schrieb, Prince Otsibu habe nichts vorgetragen, das die «Voraussetzungen für die Annahme einer begründeten Furcht vor Verfolgung oder Gefahr eines ernsthaften Schadens» erfülle, berichtete die Mainpost im November. Seine Klage gegen die Ablehnung war erfolglos (MANNSCHAFT berichtete).

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Der TV Haßfurt hilft, wo er kann
Nun ist der junge Mann leidenschaftlicher Fussballer. Auf der Suche nach einem Verein kam er zum TV Haßfurt. Dort spielte er bereits bei Spielen der U 19 sowie der Ersten und der Zweiten Mannschaft auf dem Platz. Mittlerweile lässt man ihn auch im Sportheim wohnen. In dem bayrischen Verein hat er viele Freunde und Unterstützer. Sie wollen erreichen, dass Prince Otsibu bleiben kann.

Doch langsam gehen ihnen in Haßfurt die Ideen aus. Der Vorsitzende des Vereins Gerd Wolf hilft, wo er kann. Er reiste auch mit dem jungen Mann nach Berlin und streckte 300 Euro vor, damit Prince Otsibu in der ghanaischen Botschaft einen neuen Ausweis besorgen konnte.

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Im Verein versuchen sie alles zu tun, um ihm den weiteren Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen. Wolf hat u.a. die CSU-Abgeordnete Dorothee Bär angeschrieben, deren Bundestagswahlkreis in Bad Kissingen liegt. Doch von der Staatsministerin erhielt er einen enttäuschenden Antwortbrief mit «Standardphrasen, die mir jeder drittklassige Anwalt mitteilt».

Mehr Glück hatte er beim Landtagsabgeordnete Steffen Vogel (CSU). Der will sich für Prince einsetzen. Möglicherweise kann die Härtefallkommission helfen (in diesem Fall half die Kommission einem schwulen Armenier – MANNSCHAFT berichtete). Vogel hat die Härtefallkommission bereits angeschrieben, wie er gegenüber MANNSCHAFT angab.

Das ghanaische Strafrecht sieht für homosexuelle Handlungen bis zu drei Jahren Haft vor. Die Toleranz gegenüber LGBTIQ-Personen sei sehr gering ausgeprägt, warnt das Auswärtige Amt in Berlin auf seiner Homepage. Die meisten Ghanaer lehnten das Thema ab, heisst es in den Reiseinformationen.

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