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Wirbel um Tweet: Ist J.K. Rowling transphob?

Vor allem Harry-Potter-Fans zeigen sich enttäuscht

Rowling transphob
J.K. Rowling hat die berühmte Harry-Potter-Serie ins Leben gerufen. (Bild: Daniel Ogden/CC)

Ist J.K. Rowling transphob? Via Twitter nahm die Autorin eine Ökonomin in Schutz, die aufgrund transfeindlicher Aussagen keinen neuen Arbeitsvertrag erhielt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Schöpferin von Harry Potter in der Kritik steht.

Seit September hatte J.K. Rowling nicht mehr getwittert. Doch der Fall von Maya Forstater schien die Autorin der Harry-Potter-Franchise derart zu beschäftigen, dass sie einen Tweet absetzte. Darin stellt sie sich auf die Seite der geschassten Ökonomin.


«Kleide dich so, wie du willst. Nenne dich so, wie du willst. Schlaf mit jeder einwilligenden erwachsenen Person, die dich will», twitterte Rowling. «Lebe dein bestes Leben in Frieden und Sicherheit. Aber eine Frau aus einem Job zu drängen, weil sie glaubt, dass Geschlecht echt ist?» Am Ende des Tweets fügte sie die Hashtags #IStandWithMaya und #ThisIsNotADrill hinzu.

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Doch alles schön der Reihe nach: Die Britin Maya Forstater hatte eine befristete Anstellung beim Center for Global Development, ein Think-Tank mit Sitz in Washington D.C. In mehreren Tweets sprach sich die heute 45-jährige Ökonomin gegen die staatliche Anerkennung von trans Personen aus, insbesondere von trans Frauen.

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«Männer können sich nicht in Frauen verwandeln», so Forstater. Selbst ein psychologisches Gutachten gebe trans Frauen keine Berechtigung, sich als Frauen zu bezeichnen. Für das Center for Global Development waren die Aussagen Grund genug, die Arbeitsverträge mit Forstater nicht mehr zu verlängern.

Forstater reichte daraufhin in Grossbritannien Klage ein. Unter dem «Equalities Act» habe sie das Recht, sich zu Themen wie Gender kritisch zu äussern. Das Londoner Gericht sah dies jedoch anders. «Die Klägerin glaubt, dass sich trans Frauen auch mit einem Gutachten nicht als Frauen bezeichnen dürfen», sagte der Richter James Tayler in seinem Urteil. «Dieser Glaube verdient keinen Respekt in einer demokratischen Gesellschaft.» Das Gericht verwies auf den «grossen Schmerz», den die falsche Einschätzung des Geschlechts in einer Person auslösen kann.

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Sie habe das Urteil mit «Schock und Unglaube» aufgenommen, so Forstater gegenüber den Medien. Mit einer Crowdfunding-Kampagne hatte sie über 80’000 Pfund gesammelt, um für die Gerichtskosten aufzukommen.

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J.K. Rowling sorgte bereits in der Vergangenheit für Kritik. 2018 gab sie einem Tweet ein Like, in dem trans Frauen als «Männer in Kleidern» bezeichnet wurde. Im Sommer 2019 machte der Account «Trans Advocate» bekannt, dass Rowling der bekennenden transphoben Youtuberin Magdalen Berns folgt.

Über Rowlings Bekenntnis auf Twitter zeigen sich besonders Harry-Potter-Fans enttäuscht. «Als schwuler Mann habe ich während meiner Kindheit in Hogwarts einen Safe Space gefunden», so User Shamir Sanni auf Twitter. «Zu wissen, dass trans Menschen nicht dieselbe Sicherheit haben, bricht mein Herz.»

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