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«Den Tod seiner grossen Liebe Anselmo hat er nie vollends verkraftet»

Andrew Ridgeley hat über die Freundschaft zu seinem 2016 verstorbenen WHAM!-Partner ein Buch geschrieben

George Michael
George Michael (Foto: Faith/Promo)

Mit Songs wie «Wake Me Up Before You Go-Go», «Everything She Wants« und natürlich «Last Christmas« stürmt WHAM! weltweit die Charts. 1985 sorgten George Michael und Andrew Ridgeley für Furore, als sie als erste westliche Band überhaupt ein Konzert in China gaben. Nun hat Ridgeley über seinen verstorbenen WHAM!-Partner ein Buch geschrieben.

Als sich WHAM! nach nur fünf Jahren 1986 auflösten, wurde ihr Abschiedskonzert «The Final» in Grossbritannien das am schnellsten ausverkaufte Konzert der Musikgeschichte: Über 72.000 Fans strömten am 28. Juni ins Wembley-Stadion. Nach der Trennung startete George Michael mit seiner Solo-Kariere richtig durch, während es um Andrew Ridgeley etwas ruhiger wurde. Nach der Trennung standen beide noch einige Male gemeinsam auf der Bühne, aber eine Wiedervereinigung gab es nie.

«Niemand wäre auf die Idee gekommen, ich könnte hetero sein!»

In «WHAM! George & ich» spricht Andrew Ridgeley zum ersten Mal über diese einzigartige Zeit: über seine Freundschaft zu George Michael, die in der Schule begann und ein Leben lang hielt, ihren kometenhaften Aufstieg, aber auch über alle Höhen und Tiefen des Musikerlebens. Er berichtet über George Michaels damals noch geheime Homosexualität, seine Trauer nach dessen Tod (MANNSCHAFT berichtete) und seinen eigenen Werdegang nach dem Ende der Band. Kürzlich tauchte ein neuer Song von George Michael auf (MANNSCHAFT berichtete).

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«Es war eine Beziehung, bei der wir beide wussten, was wir einander bedeuteten. Wham! ohne ihn oder Wham! ohne mich hätte es nicht gegeben. Er wusste das, und ich wusste das. Und unsere Freundschaft war die Basis», erzählt Andrew Ridgeley im Interview mit MANNSCHAFT.

«Es war der gemeinsame Humor und unserer Liebe für die Musik, die uns verband. All unsere kreative und emotionale Energie floss in die Musik. Ich hätte mit George nicht meine Beziehungsprobleme mit Frauen bequatscht, und bei ihm war es genauso.»

George Michael fürchtete sich vor negativer Presse
Was sein Coming-out betraf, sagte Ridgeley: «In einer idealen Welt hätte er sich früher outen können. Es gab viele Gründe, warum er sich nicht wohl damit fühlte, dies zu tun.» Einer sei gewesen, dass er nicht wollte, dass seine Sexualität sein künstlerisches Werk beiseite schob. Ein weiterer, dass er wusste, dass es unglaublich viel negative Presse nach sich ziehen würde. Die britischen Zeitungen waren Ende der Achtziger/ Anfang der Neunziger wenig mitfühlend gegenüber Schwulen und Lesben.»

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George Michael habe sich gedacht, dass er fernab der Kameras auch so sein Privatleben auf seine Weise führen konnte. Das habe so lange geklappt, bis er geoutet wurde und später an psychischen Problemen litt.

«Trotz des Versuches vieler Menschen, die um ihn herum waren, mich eingeschlossen, war er an keinem guten Platz in seinen späteren Lebensjahren. Unglücklicherweise waren da eine Reihe von Traumata, die sein Leben beeinträchtigen und die er nie vollends verkraftet hatte: der Tod seiner Mutter, der Aids-Tod von Anselmo, seiner grossen Liebe. Und gesundheitlich war er nach einer Lungenentzündung im Jahr 2011 auch nie mehr ganz der Alte», so Andrew Ridgeley im MANNSCHAFT-Interview.

Das ausführliche Interview folgt im Januar/Februar-Heft der MANNSCHAFT. Hier geht es zum Abo Deutschland und hier zum Abo Schweiz.

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