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Top-Rugby-Schiedsrichter outet sich als schwul

Der Top-Schiedsrichter Craig Maxwell-Keys aus Grossbritannien hatte sich zuvor bereits Freund*innen und Verwandten anvertraut

Craig Maxwell-Keys
Craig Maxwell-Keys hat sich geoutet (Foto: Facebook/Craig Maxwell-Keys)

Der englische Rugby-Schiedsrichter Craig Maxwell-Keys hat sich offiziell geoutet. Bereits vor drei Jahren hatte er sich seiner Familie und Freund*innen anvertraut.

Craig Maxwell-Keys hat grosse Turniere wie die Rugby-U20-Weltmeisterschaft und den European Challenge Cup gepfiffen und gehört zu den führenden britischen Schiedsrichtern. Im Rugby-Sport ist er nicht der erste offen Schwule. Das Coming-out der anderen mitzuerleben, sei ermutigend gewesen, berichtet er laut Wales online. Die Rugby-Legende Gareth Thomas etwa ist seit 2009 offiziell out und kämpft gegen Homophobie (MANNSCHAFT berichtete)

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«Während ich im Schrank war, waren sie eine Quelle der Unterstützung und des Trostes», sagte er. Es habe ihm klar gemacht, dass man Teil des Spitzensports sein kann – in einer Zeit, als er sich noch abmühte, zu akzeptieren, wer er ist.

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«Es geht nicht darum, wen du liebst, sondern darum, wie gut du bist – diese Botschaft hat mich massiv beeindruckt», fügte der Schiri hinzu. Und noch etwas habe er gelernt: «Man kann andere nicht bitten, dich zu lieben, bis du dich selbst vollständig liebst».

Der 29-Jährige, der aus Birmingham stammt und heute in Gloucestershire lebt, lobte auch die Rainbow-Laces-Kampagne, die Sportstars dazu ermutigt, Regenbogen-Schnürsenkel zu tragen, um ein Zeichen für Vielfalt zu setzen und LGBTIQ-Sportler*innen zu signalisieren, dass sie willkommen sind (MANNSCHAFT berichtete).

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Craig Maxwell-Keys erzählte von den guten Erfahrungen, die er 2016 mit Freund*innen und Familie gemacht hatte. Er outete sich, indem er eine WhatsApp-Nachricht sendete und dann sein Telefon für acht Stunden ausschaltete. Als er es wieder einschaltete, waren die Reaktionen «sehr positiv».

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Schluss mit den Lügen
Er habe vergessen, wie viel Mühe es war, Lügen aufrechtzuerhalten, etwa wenn er davon erzählt habe, dass er angeblich eine Freundin habe. Nun sei er in der Lage sei, sein Leben «authentisch» zu leben. «Diese Energie, die ich aufgewendet habe, um eine Lüge zu leben, kann investiert werden, um nur ich zu sein, und das war wirklich befreiend.»

Seine persönlichen Erfahrungen seien absolut positiv gewesen – sein Umfeld unterstütze ihn sehr. Diese Unterstützung möchte er nun weitergeben. «Wenn ich nur einer Person in der Position helfen kann, in der ich vor Jahren war, ist das aus meiner Sicht positiv», so Craig Maxwell-Keys.

Die Schweiz hatte mit Pascal Erlachner den ersten offen schwulen Schiedrichter im Profi-Fussball – er trat im Mai dieses Jahres zurück (MANNSCHAFT berichtete).

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