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Frankreich: Schiri unterbricht Spiel wegen homophober Fangesänge

Selbst die Spieler von Nancy baten die Fans, mit den Gesängen aufzuhören

Köln homophobie
Bild: iStockphoto

Letzten Freitag spielten die Zweitligisten Nancy und Le Mans. Da die Fans selbst nach wiederholten Aufrufen über die Lautsprecher nicht mit homophoben Gesängen aufhörten, unterbrach der Schiedsrichter das Spiel.

Keine schönen Szenen spielten sich letzten Freitag im Stadion Mercel Picot in Nancy ab. Während dem Spiel zwischen dem Zweitligisten Nancy und dem Gast Le Mans brachen heimische Fans bereits in der ersten Halbzeit wiederholt in homophobe Fangesänge aus.

Der Sportplattform RMC Sport zufolge zogen die Fans jedoch nicht über die gegnerische Mannschaft her, sondern über den Lokalrivalen FC Metz und die französische Fussballliga. Der Ansager forderte die Fans mehrmals über die Lautsprecher dazu auf, mit den Gesängen aufzuhören.

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Schliesslich unterbrach Schiedsrichter Mehdi Mokhtari das Spiel und drohte mit einem kompletten Abbruch der Partie. Die Fans verstummten erst, nachdem Nancy-Spieler sie dringlichst darum gebeten hatten.

Die Partie endete schliesslich 2:1 für den Gastgeber Nancy, der in der Nachspielzeit einen Penalty versenken konnte.

Mokhtari handelte korrekt. Seit Mai geht der französische Fussballverband hart gegen Homophobie im Fussballstadion vor. Gemäss neuen Richtlinien können homophobe Delikte mit einer Busse von bis zu 22’500 Euro und bis zu sechs Monaten Haft bestraft werden.

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Ein grosses Lob gab es von Marlene Schiappe, Gleichstellungsbeauftragte und Gemeinderätin von Le Mans Métropole. «Gratulation an den Schiedsrichter Mehdi Mokhtari für sein mutiges Einschreiten im Angesicht homophober Fangesänge bei Nancy-Le Mans – wie von den Regeln erlaubt. Der Fussball ist ein aufregender Sport und so soll es auch für alle bleiben.»

Die Regierung bekämpft Homo- und Transphobie auch im Schulalltag. Im Januar dieses Jahres lancierte sie eine nationale Kampagne, um die Akzeptanz und das Wohlergehen von LGBTIQ-Schüler*innen zu fördern.

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In Mittel- und Oberstufen im ganzen Land sollen Poster gegen Mobbing und Ausgrenzung vorgehen. Ein Leitfaden soll den Lehrkräften zusätzliche Ansätze liefern, um die gesamte Schülerschaft auf die Thematik zu sensibilisieren und sie zu «LGBTIQ-Verbündeten» zu machen.

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