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So cool reagiert ein Burgerladen in Sofia auf Kritik am Pride-Support

Skaptobara unterstützt die Pride in der bulgarischen Hauptstadt. Das gefällt nicht allen. Deshalb gibt es jetzt einen Love- und einen Hate-Burger

Sofia Pride
Keine Pfirsich für Homophobe! Foto: Skaptobara

Der Burgerladen Skaptobara unterstützt wieder die Sofia Pride. Das hat im vergangenen Jahr zu homophober Kritik geführt. Deshalb hat sich das Restaurant etwas einfallen lassen: Für Homophobe gibt es einen ganz besonderen Burger.

Skaptobara gehört zu den angesagtesten Burgerläden der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Innen viel Holz, Leuchtfaden-Lampen, die Rechnung kommt in einer alten Kassettenhülle. Ein Hipster-Imbiss, wie er auch in Berlin oder London stehen könnte.

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Im vergangenen Jahr hat der Burgerladen die Sofia Pride unterstützt. Eine bemerkenswerte, mutige Entscheidung in einem der homophobsten Länder der Europäischen Union. Dabei war die Unterstützung noch nicht einmal besonders plakativ oder provokant: Es gab einen Pride-Burger, das Extra: Pfirsich.

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Das hat schon gereicht, um Homophobe aufzuregen. In den sozialen Medien wurden Boykottaufrufe geäussert. «Sie griffen uns an, beleidigten, verfluchten und verurteilten uns. Weil es einfach war. Es ist einfach, Hass online zu verbreiten. Type. Enter. Done.», schreibt der Burgerladen auf Facebook. Aber es gab auch breite Unterstützung für die Aktion.

«Ist das nicht der erste Schritt in Richtung Normalität?»
In diesem Jahr unterstützt Skaptobara die Sofia Pride wieder. «Weil wir für alle unsere Freunde stehen. Wir stehen für Liebe.» Für die queerfeindlichen Kunden hat sich der Imbiss jedoch etwas Besonderes einfallen lassen:

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In diesem Jahr gibt es zwei Burger. Einen Love- und einen Hate-Burger: «Hausgebackenes Brioche-Brötchen, hundertprozentig frisches Rinderhackfleisch, Ziegenkäse-Mousse, marinierte Rote Beete, Baby-Spinat, Pesto-Mayo, Pfirsiche.»

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Doch den Pfirsich, den gibt es nur auf dem Love-Burger. «Fast identisch, aber nicht ganz. Einer ist eingehüllt in die Liebe, die uns die Leute letztes Jahr gezeigt haben. Und ein anderer ist eingewickelt in den Hass, den die Leute uns geschickt haben. Es ist deine Entscheidung. Die Wahl ist nur symbolisch. Aber ist das nicht der erste Schritt in Richtung Normalität?», schreibt Skaptobara auf Facebook.

Motto der Sofia Pride: «Gib Hass keine Kraft»
Auch auf diesen Post gab es homophobe Reaktionen: Manche Nutzer werfen Skaptobara vor, das sei alles nur Marketing. Ein anderer kommentiert mit einem Comic, auf dem sich jemand mit einer Regenbogenflagge den Hintern abwischt. Doch es gibt auch Unterstützung: «Ich liebe es, wie Konservative sich über Burger aufregen können.»

Beim Sofia Pride sind im vergangenen Jahr etwa 4000 Menschen auf die Strasse gegangen. In der Vergangenheit war die Pride begleitet von rechtsextremen Gegendemonstrationen, die jedoch deutlich in der Minderheit waren. In diesem Jahr steht die Pride unter dem Motto «Gib Hass keine Kraft» und wird von über 25 Botschaften und internationalen Organisationen unterstützt. Auch die österreichische Botschafterin und der deutsche Botschafter haben ein Statement zur Unterstützung unterschrieben.

Von den 49 europäischen Ländern belegt Bulgarien im Rainbow-Index von ILGA den 34. Platz. Schwule und Lesben dürfen nicht heiraten oder ihre Partnerschaft eintragen lassen. Queeres Leben findet im Alltag eher versteckt statt. Erst Anfang des Jahres wurde eine Plakatkampagne für LGBTI-Rechte zerstört.

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