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Evangelisch-reformierte Kirche beschließt Segen für Homopaare

Noch vor 14 Jahren hatte die Segnung von Homopaaren zu heftigen Diskussionen in der Synode geführt. Damals konnte man sich nicht zu Segnungen homosexueller Partnerschaften durchringen. Die Entscheidung wurde darum vertagt, wie sich Ulf Preuß erinnert, der Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche in Leer. Das ist Vergangenheit.

Die Evangelisch-reformierte Kirche hat Ende der Woche eine neue Trauordnung beschlossen, die für schwule und lesbische Paare gilt. „Unter theologisch-ethischen Aspekten stehe eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft genauso unter dem Zuspruch Gottes wie die Partnerschaft zwischen Mann und Frau,“ hieß es am Freitag auf der Gesamtsynode in der niedersächsischen Stadt Emden. Nach Angaben des Evangelische Pressedienstes (epd) habe es in den vergangenen Jahren Segnungen von Homopaaren in einzelnen Gemeinden bereits gegeben. Die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer hat rund 175.000 Mitglieder in 145 Gemeinden zwischen Ostfriesland und dem Allgäu.

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Die neue Ordnung soll einen „gleichen Weg für alle” öffnen. Das heißt auch: Gleichgeschlechtliche Trauungen sollen als Amtshandlung in das Kirchenbuch eingetragen werden und nicht etwa in ein gesondertes Register, wie das in der westfälischen und der hannoverschen Landeskirche der Fall ist.

Wir können und wollen unseren Gemeinden und Pastoren nicht vorschreiben, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen

Gleichwohl sei die neue Ordnung keine Vorschrift. „Wir können und wollen unseren Gemeinden und Pastoren nicht vorschreiben, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen.“ unterstrich der Siegener Theologieprofessor Georg Plasger, der an der Synode teilnahm. Wenn eine Gemeinde diese Trauung nicht vornehmen wolle, könne dies in der Nachbarschaft geschehen. In der Nordkirche gibt’s die Ehe für alle erst 2019.

Der Bundestag hatte Ende Juni die Ehe in Deutschland geöffnet. In fast allen der bundesweit 20 evangelischen Landeskirchen können sie sich in einem Gottesdienst öffentlich segnen lassen. Allerdings fallen die Regelungen unterschiedlich aus. In manchen Landeskirchen wie in Berlin wird die Segnung Homosexueller einer Trauung gleichgestellt. In anderen ist sie keine offizielle Amtshandlung.

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Ob in Württembergs evangelischen Kirchen künftig Hochzeitsglocken auch für gleichgeschlechtliche Paare läuten – das will die württembergische Landessynode bei ihrer Herbsttagung kommende Woche in Stuttgart entscheiden. Eine Zustimmung des Kirchenparlaments ist laut Synodalpräsidentin Inge Schneider unsicher.

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