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US-Studie: Homophobe Menschen sterben früher

Homophobie führt zu Wut und chronischem Stress, so die Forscher. (Bild: © JCWilmore/Wikimedia)
Homophobie führt zu Wut und chronischem Stress, so die Forscher. (Bild: © JCWilmore/Wikimedia)
Die Lebenserwartung von Menschen, die Vorurteile gegen homosexuelle Menschen hegen, liegt um 2.5 Jahre tiefer als bei toleranten Menschen. Zu diesem Schluss kommt eine Gruppe von Forschern unter der Leitung von Mark L. Hatzenbuehler der Columbia University in New York. Die Ergebnisse wurden in der Februarausgabe von American Journal of Public Health veröffentlicht.

Die Studie
Die Forscher verglichen Sterberaten mit den Antworten auf folgende Fragen der General Social Survey, einer allgemeinen Bevölkerungsumfrage, die in den USA seit 1972 durchgeführt wird:

  • • Einige Personen in Ihrer Gemeinde möchten ein Buch in der lokalen Bibliothek entfernen lassen, das sich positiv zur Homosexualität äussert. Schliessen Sie sich Ihnen an?
  • • Soll ein offen schwuler Mann an der Universität unterrichten dürfen?
  • • Ein offen schwuler Mann will in Ihrer Gemeinde eine Rede halten. Soll er sich äussern dürfen?
  • • Erachten Sie sexuelle Beziehungen zwischen gleichgeschlechtlichen Erwachsenen als verwerflich, meistens verwerflich, manchmal verwerflich oder überhaupt nicht verwerflich?

Gemäss den Forschern ergeben die Fragen «potenzielle Indizien von antihomosexuellen Vorurteilen». Analysiert wurden die Antworten von 20’226 heterosexuellen Befragten, die sich im Zeitraum von 1988 bis 2008 im Rahmen der Bevölkerungsumfrage interviewen liessen. 4’216 von ihnen verstarben vor Abschluss der Ergebnisse.

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Um eine direkte Verbindung zwischen Homophobie und einem frühen Tod herzustellen, berücksichtigten die Forscher weitere Faktoren, welche die Ergebnisse hätten beeinflussen können wie Einkommen, Alter, Ausbildung, Zivilstand, Religion oder rassistische Vorurteile.

Wieso sinkt die Lebenserwartung?
Die Forscher beziffern «einen Unterschied von 2.5 Jahren in der Lebenserwartung von Individuen mit starken im Vergleich zu tiefen Ausprägungen von anti-homosexuellen Vorurteilen». Sie schreiben: «Homophobe Vorurteile führen zu einem höheren Risiko von Herzkreislauferkrankungen.»

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Als mögliche Faktoren für eine schlechtere Gesundheit vermuten die Forscher Wut und chronischen Stress. Auslöser dafür sind Situationen, in denen Personen, die Vorurteile gegen homosexuelle Menschen hegen, zum Beispiel einem schwulen Paar beim Einkaufen begegnet oder eine gleichgeschlechtliche Hochzeit im Fernsehen sieht. Bleiben diese Stressreaktionen auf längere Zeit bestehen, so steigt das Risiko auf Erkrankungen und die Lebenserwartung sinkt, so die Forscher.

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