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Frankreich: Homophobe Gewalt geht weiter

Raphaël LeclercAm Wochenende vom 20. April ist in Nice ein schwuler Mann bewusstlos geschlagen worden. Gemäss der französischen Newsplattform The Local ist der 24-jährige Raphaël Leclerc von drei Männern attackiert worden, nachdem er und sein Partner am frühen Sonntagmorgen einen Club verlassen hatten. Er wurde geschlagen und getreten.

«Wir haben uns weder geküsst noch Hände gehalten», so Raphaël. «Plötzlich waren sie da und riefen ‹Hey Gays›. Dann rannten sie auf uns zu.» Raphaël, der als Cabaret-Tänzer arbeitet, machte Fotos von seinen Verletzungen und stellte sie auf Facebook.


Homophobe Vorfälle um 30% gestiegen

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Wilfred-de-BruijnSo auch Wilfred de Bruijn (rechts) aus Paris, dem zwei Wochen zuvor dasselbe widerfahren war. Unter anderem erlitt er einen Schädelbruch und verlor einen Zahn, nachdem er mit seinem Freund im 19. Arrondissement attrackiert wurde. «Sorry, dass ich das zeigen muss: Das Gesicht der Homophobie», schrieb er auf Facebook. «Gestern wurden wir brutal zusammen-geschlagen. Nur weil wir Arm in Arm liefen.»

Gemäss SOS Homophobia sind in Frankreich homophobe Vorfälle um 30% gestiegen. Grund sei der Widerstand gegen die Homoehe, der für viele als Ausrede für homophobe Gewalt gelten würde. Auch am Wochende vom 20. April demonstrierten rund 50’000 Menschen in Paris gegen die Homoehe. Am Place de la Bastille fand eine kleine Gegendemo für die Gleichberechtigung statt.

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Mit der definitiven Verabschiedung des Gesetzes zur Homoehe am Dienstag, 23. April, könnten die ersten Eheschliessungen von gleichgeschlechtlichen Paaren bereits in den nächsten Wochen stattfinden. Staatspräsident François Hollande verurteilte die Vorfälle homophober Gewalt: «Das Recht zu protestieren ist durch unsere Verfassung gewährleistet. Aber kein Protest darf zu Gewalt herabsinken», so Hollande letzte Woche.

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