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Buttigieg neuer Spitzenreiter in Iowa

Der US-Bundesstaat Iowa nimmt für die Vorwahlen eine Schlüsselrolle ein

Buttigieg
Pete Buttigieg an einer Rede des Demokratischen Parteitags 2019 des Bundesstaats Kalifonien. (Bild: Gage Skidmore, CC BY-SA 2.0)

Mit 25% Wähleranteil ist Pete Buttgieg neuer Topfavorit unter den demokratischen Präsidentschafts­kandidat*innen in Iowa. Der offen schwule Politiker hatte viel Geld und Zeit in seine Präsenz im Bundesstaat investiert.

Die Stimmberechtigten im US-Bundesstaat Iowa haben eine grosse Macht: Sie spielen eine wichtige Rolle in der Auswahl des demokratischen Präsidentschafts­kandidaten, der demokratischen Präsidentschafts­kandidatin. Wer bei ihnen punktet, hat grosse Chancen, von der Demokratischen Partei im November 2020 gegen Amtsinhaber Donald Trump ins Rennen geschickt zu werden.

Dies hat auch Pete Buttigieg erkannt. Der offen schwule Bürgermeister von South Bend im US-Bundesstaat Indiana hat sich in den letzten Monaten in Iowa einquartiert und eine grosse Propagandamaschine ins Rollen gebracht, unter anderem mit öffentlichen Auftritten und gezielter Werbung. Dem Business Insider zufolge verfügt der erst 37-Jährige über ein Wahlbudget von 23 Millionen US-Dollar im Vergleich zu seinem Konkurrenten und ehemaligen Vizepräsidenten unter Obama Joe Biden mit knapp 9 Millionen US-Dollar.

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Der zeitliche und finanzielle Aufwand scheint sich für Buttigieg auszuzahlen. Im neusten Wahlbarometer landet er mit 25% der projizierten Stimmen auf Platz 1, gefolgt von Senatorin Elizabeth Warren mit 16% und Biden und Bernie Sanders mit je 15%. Abgeschlagen auf dem fünften Platz mit nur 6% Wähleranteil ist Senatorin Amy Klobuchar.

CNN zufolge geniesst Buttigieg die Unterstützung mehrerer demografischer Gruppen, sowohl in urbanen Gebieten und der Vorstadt als auch auf dem Land. Sein Wähleranteil setzt sich zu gleichen Teilen aus treuen Demokrat*innen und aus Unabhängigen zusammen, darunter Erstwähler*innen und auch ältere Semester.

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Ausgerechnet die LGBTIQ-Community scheint bezüglich Buttigieg gespalten zu sein. Der Präsidentschaftskandidat befürwortet auch weiterhin die landesweite Steuerbefreiung von Kirchen, selbst wenn diese sich weigern, die Ehe für alle zu unterstützen. Die Aussage löste innerhalb der Community viel Kritik aus.

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Buttigieg sorgte zudem für Unverständnis, als er in einem Interview sagte, dass er einen Bogen um LGBTIQ-Medien mache. «Ich kann sie nicht mehr lesen, weil es immer nur darum geht, ob ich ‹zu schwul›, ‹nicht schwul genug› oder ‹der falsche Typ schwul› bin», sagte er. «Ich weiss lediglich, dass mein Leben um einiges einfacher geworden ist, seitdem ich mir erlaubt habe, einfach mich selbst zu sein.»

Buttigieg kündigte seine Präsidenschafts­kandidatur im April 2019 an. «Ich bin hier, um eine andere Geschichte als Make America Great Again zu erzählen», sagte er damals in Anspielung auf Trumps Slogan (MANNSCHAFT berichtete). Anschliessend küsste er seinen Mann.

Pete Buttigieg wäre der erste offen schwule Mann im Amt. In nur drei Monaten hatte der Sohn eines Einwanderers aus Malta sieben Millionen Dollar Kleinspenden gesammelt. Zur Ankündigung kamen so viele Menschen, dass nicht alle in die Halle passten – viele verfolgten seine Rede draussen, bei Regen auf einer Grossleinwand. Seit 2012 ist Buttigieg Bürgermeister der 100’000-Einwohner-Stadt im Mittleren Westen, seit 2018 ist er mit Chasten Glezman verheiratet.

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