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Ein Blowjob – und die Freundschaft ist vorbei

«Giant Little Ones» läuft diesen Monat in der Queerfilmnacht

Giant Little Ones
«Giant Little Ones» (Edition Salzgeber)

Nachdem zwei Teenies betrunken Sex miteinander haben, beginnt das Drama. Wir zeigen «Giant Little Ones» aus Kanada in der Queerfilmnacht.

Franky und Ballas sind seit Ewigkeiten beste Freunde. Als Stars des Schwimmteams sind sie beliebt in der High School und begehrt bei den Mädchen. Beide verbringen ihre Tage damit, durch die Stadt zu radeln und sich mit ihren Freundinnen zu rühmen. Ein Teenagerleben wie aus dem Hollywood-Bilderbuch. Bis sie sich in der Nacht von Frankys 17. Geburtstag im betrunkenen Zustand sexuell näher kommen.

Giant Little Ones
«Giant Little Ones» (Edition Salzgeber)

Der Blowjob ändert anders: Ballas behauptet, ausgenutzt und zum Sex verführt worden zu sein. Die Gerüchteküche in der Schule brodelt. Franky erlebt Mobbing, wird verprügelt, erfährt aber auch Solidarität und eine neue Nähe zu seinem Vater, der selbst seit einigen Jahren schwul lebt. Allmählich wird dem Teenager klar, worauf es im Leben wirklich ankommt – und wer er sein möchte.

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Der kanadische Regisseur Keith Behrman, der auch das Drehbuch für «Giant Little Ones» verfasste, wollte den Film machen, nachdem es in seiner Heimat einige Jahre zuvor eine Reihe von Selbstmorden von Jugendlichen erlebt hatte. In dessen Folge wurde im Jahr 2010 die Empowerment-Kampagne für LGBTIQ-Jugendliche «It Gets Better» («Es wird besser») gestartet.

«Wenn ich vom Feiern komme, muss ich erst die Kühe melken»

Behrmann packt das Chaos des (queeren) Erwachsenwerdens in einen mitreissenden Soundtrack und furios choreografierte, leuchtende Bilder. Neben den Newcomern Josh Wiggins und Darren Mann glänzen die Schauspielstars Kyle Maclachlan («Twin Peaks») und Maria Bello («Prisoners») in den Nebenrollen. Ein berührender Coming-of-Age-Film über Freundschaft, Selbstfindung und die erste grosse Liebe.

Jenseits von Klischeegrenzen
Der Hollywood Reporter fand, die wunderschön erzählte Geschichte bewege sich über die Klischees des Genres hinaus, indem sie erforsche, wie die Millennial-Generation Sexualität, Mobbing und das Erwachsenwerden erlebt. Auch zeige der Film, dass Elternschaft bedeutet, Kindern Raum zu geben und sie gehen zu lassen. Ein anderer Kritiker fand am verblüffendsten und erfrischendsten die erotische Verbindung zwischen Franky mit Ballas Schwester, was alle gängigen Konstrukte in Bezug auf seine Orientierung verwische.

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«Giant Little Ones» läuft u. a. am 12. November in Köln, am 18. November in Dresden und am 21. in Jena. Alle Termine unter queerfilmnacht.de!

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