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Programm ermöglicht erschwingliche PrEP in der Schweiz

Seit Mitte Oktober können interessierte MSM schweizweit teilnehmen.

PrEP
Bild: iStockphoto

Das Programm SwissPrEPared ist nun schweizweit in teilnehmenden Zentren verfügbar. Es ermöglicht einen finanziell erschwinglichen Bezug der Prä-Expositions-Prophylaxed PrEP.

Eine Teilnahme am Programm SwissPrEPared ist seit Mitte Oktober schweizweit in verschiedenen Zentren möglich, unter anderem auch in Basel, Bern, St. Gallen und Zürich. Damit erhalten zugelassene Teilnehmer einen finanziell erschwinglichen Zugang zur PrEP unter ärztlicher Aufsicht.

Das SwissPrEpared-Programm startete im April 2019 mit dem Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung von Menschen mit einem erhöhten Risiko für HIV mittels PrEP zu verbessern. Die PrEP ist neben der Benutzung von Kondomen eine weitere Methode zum Schutz vor einer HIV-Infektion. Dabei handelt es sich um ein Medikament, mit dem sich HIV-negative Menschen, die einem erhöhten HIV-Risiko ausgesetzt sind, vor HIV schützen können

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«Die Methode ist wissenschaftlich überprüft und schützt bei richtiger Anwendung ebenso gut vor einer Ansteckung mit HIV wie Kondome», sagt Dr. Benjamin Hampel von SwissPrEPared in einer Medienmitteilung. Per sofort können die Teilnehmer*innen nun auch Medikamente zu einem bezahlbaren Preis beziehen, wenn sie am SwissPrEPared-Programm teilnehmen.

Das SwissPrEPared-Programm umfasst unter anderem ein Beratungstool und regelmässige Schulungen. Hiermit soll die Qualität der medizinischen Betreuung verbessert werden. Das Programm wurde vom Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention (EBPI) der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der schweizerischen HIV Kohortenstudie (SHCS) und der Eidgenössischen Kommission für sexuelle Gesundheit (EKSG) und anderen Expert*innen aus der Klinik, der Wissenschaft und der Community entwickelt.

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Wissenschaftlich wird das Projekt ebenfalls durch das Team des EBPI durch eine Studie begleitet. Dabei gehe es nicht um die Schutzwirkung der PrEP vor HIV. «Diese ist längst wissenschaftlich klar», so Hampel. Vielmehr sollen damit weitere Erkenntnisse gewonnen werden, zum Beispiel die Langzeitwirkungen der PrEP bei HIV-negativen Menschen. Auch der Einfluss der PrEP auf die Entwicklung der HIV-Epidemie in der Schweiz soll beobachtet werden.

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SwissPrEPared wird von Experten aus der Praxis, der Community und der Wissenschaft begleitet. Die Leitung hat hier das Studienteam des EBPI um Jan Fehr, Benjamin Hampel und Matthias Reinacher. Die Studie wird vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), der SHCS und Partnern aus der Industrie unterstützt. Daten werden anonym gespeichert. Weder das Bundesamt für Gesundheit noch die unterstützende Firmen haben Zugriff darauf, versichern Studien- und Programmleiter.

Die folgenden Zentren nehmen an SwissPrEPared teil: https://www.swissprepared.ch/teilnehmende-zentren/

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PrEP und HIV in der Schweiz
Im Oktober gab das BAG die neuen HIV-Zahlen 2018 bekannt. 2018 verzeichnete das Bundesamt für Gesundheit 425 neue HIV-Fälle – 4,5% weniger als im Vorjahr (MANNSCHAFT berichtete). Für die Aids-Hilfe Schweiz eine Bestätigung, dass sich die Kampagnen und Präventionsmassnahmen in der Community durchsetzen können.

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«Die PrEP funktioniert und wird angewandt», sagt Andreas Lehner, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz, gegenüber der Mannschaft. «Vermehrtes Testen ist weiterhin wichtig. Nur so schaffen wir unser Ziel, HIV bis 2030 zu eliminieren».

Im Juli startete mit swissprep.ch der erste Schweizer Onlineshop zum Bezug von Medikamenten für PrEP (MANNSCHAFT berichtete). Hinter der URL steckt die Apotheke Schaffhauserplatz in Zürich, die PrEP-Medikamente auch direkt im Geschäft führt. Nebst dem direkten Bezug in einer Apotheke steht Nutzern in der ganzen Schweiz nun eine weitere Alternative zu ausländischen Onlineshops offen. Mögliche Probleme beim Zoll entfallen.

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