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Spielgruppe weist Kinder ab, weil sie zwei Papas haben

Die Konstellation sei «weder normal noch natürlich», so die Leiterin

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Symboldbild. (Bild: Aleksandar Georgiev/iStockphoto)

In Lenzburg lehnte eine Spielgruppe die Zwillinge Rahul und Rafael ab, weil sie zwei Väter haben. Da es für das Betreiben einer Spielgruppe keine Bewilligung braucht, dürfte es keine Konsequenzen für die Leiterin der Spielgruppe geben.

Eine Spielgruppe in der Region Lenzburg möchte keine Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern. Wie der Lenzburger Bezirks-Anzeiger (LBA) berichtet, habe die Leiterin die Aufnahme der dreieinhalbjährigen Zwillingen Rahul und Rafael abgelehnt. Gegenüber den Eltern gab sie die Begründung an, dass «eine solche Konstellation weder normal noch natürlich sei». Gegenüber dem LBA bestätigte die Leiterin ihre Aussage.

Da für Konsequenzen die rechtliche Grundlage fehlt, können sich die Eltern Roshan und Michael auch nicht wehren. Für die Eröffnung und Leitung einer Spielgruppe im Kanton Aargau ist keine Bewilligung erforderlich, folglich sind den Behörden die Hände gebunden. Es kann also jede*r eine Spielgruppe eröffnen, selbst ohne pädagogische Ausbildung.

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Im Gegensatz zu einer Kindertagesstätte werden Kinder in einer Spielgruppe nur halbtags betreut. Erst eine ganztägige Betreuung setze eine Betriebsbewilligung voraus, sagt der Lenzburger Stadtrat Andreas Schmid gegenüber dem LBA. Daran wird sich künftig wahrscheinlich auch nichts ändern.

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«Die Spielgruppen sollen ein Betreuungsangebot mit einem möglichst niederschwelligen Zugang bieten, für das es keine umfangreichen Auflagen gibt, die für die Spielgruppe mit Kostenfolgen verbunden wären», so Schmid.  «Diese Mehrkosten würden zwangsläufig auf die Familien überwälzt. Ziel ist jedoch, wenn möglich jedem Kind den Zugang zu einer Spielgruppe zu ermöglichen.»

Der aktuelle Fall von Rahul und Rafael zeigt jedoch, dass eben nicht jedes Kind Zugang zu einer Spielgruppe bekommt. Schmid selbst habe kein Verständnis für die Haltung der Spielgruppenleiterin, wie er gegenüber dem LBA sagt. «Im Zentrum steht das Wohl des Kindes. Die Lebensform der Eltern sollte bei der Aufnahme in eine Spielgruppe keine Rolle spielen.»

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Regula Aeschbach, Leiterin der Regionalgruppe Aarau des Vereins Spielgruppen Aargau, ist mit der offenen Regelung für Spielgruppen nicht zufrieden. «Wir arbeiten schon länger daran, verbindliche Rahmenbedingungen für Spielgruppen zu erhalten. Auch in anderen Kantonen laufen solche Bestrebungen», sagt sie gegenüber dem LBA. Gesetzlich vorgeschriebene Kontrollen gebe es nicht.

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Aufgrund der schlechten Erfahrungen sind sich die Eltern Roshan und Michael nicht sicher, ob sie bei einer anderen Spielgruppe einen neuen Anlauf nehmen oder den offiziellen Start des Kindergartens abwarten wollen. Beide Elternteile sind berufstätig, gegenwärtig kümmere sich eine Angestellte um die Kleinen, so der LBA.

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