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Spendenaufruf für gesicherte Unterkunft in Uganda

African Human Rights Campaign unterstützt die LGBTIQ-Community in Kampala

Uganda schwul
Ein gewalttätiger Mob griff am 21. Oktober diese gesicherte Unterkunft von «Let’s Walk Uganda» an. (Bild: zvg/«Let’s Walk Uganda»)
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In Uganda haben die Behörden die 16 verhafteten schwulen Jugendlichen und Erwachsenen freigelassen. Ein verifiziertes Spendenkonto sammelt Gelder für eine neue gesicherte Unterkunft.

Nach drei Tagen Haft haben die Behörden in Uganda die 16 schwulen Jugendlichen und Erwachsenen am 24. Oktober entlassen. Die Polizei hatte sie in der gesicherten Unterkunft der LGBTIQ-Organisation «Let’s Walk Uganda» festgenommen und ihnen homosexuelle Handlungen vorgeworfen (MANNSCHAFT berichtete).

16 LGBTIQ-Personen in Uganda verhaftet und gefoltert

Die 16 Personen befinden sich zurzeit in einem Hotel, das durch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Awareness and Promotion Forum HRAPF organisiert wurde. «Wir konnten etwas zum Essen und auch etwas Kleidung organisieren», sagt Kassier John Grace per E-Mail gegenüber MANNSCHAFT. «Nach einer ungestörten Nachtruhe hat sie HRAPF einzeln interviewt, um die genauen Umstände der Festnahme zu eruieren.»

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Am 21. Oktober hatte eine Gruppe junger Erwachsener die Büros und Unterkünfte der Organisation «Let’s Walk Uganda» in der Peripherie von Kampala, der Hauptstadt Ugandas, angegriffen. Der Mob soll homophobe Schimpfwörter und Obszönitäten gerufen und mit dem Lynchmord gedroht haben. Die Angreifer hatten zuvor um Unterstützung angefragt und so den genauen Standort der Organisation in Erfahrung gebracht.

Ugandas Botschafter für Vielfalt

Die zu Hilfe gerufene Polizei nahm jedoch die 16 Personen fest, die sich in den Unterkünften befanden. Auf dem Polizeiposten soll sie schmerzhafte Analuntersuchungen durchgeführt haben, um die Homosexualität der Festgenommenen zu «beweisen». Solche Untersuchungen gelten Menschenrechtsorganisationen zufolge als Foltermethode.

Die Sicherheit der vom Mob angegriffenen Räumlichkeiten kann gemäss Grace nicht mehr gewährleistet werden. «Wir haben einen Nothilfefonds beantragt, um eine neue gesicherte Unterkunft für die 16 Mitglieder zu finden», sagt er. «Seit Montag haben sie viel durchgemacht und benötigen besondere Aufmerksamkeit.»

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Spenden für «Let’s Walk Uganda» und die 16 festgenommenen Jugendlichen und Erwachsenen können unter africanhrc.org/donate getätigt werden. Melanie Nathan von der LGBTIQ-Hilfsorganisation African Human Rights Campaign bestätigt gegenüber MANNSCHAFT, das zwischen dem 20. und 21. Oktober gespendete Gelder ausschliesslich zu diesem Zweck eingesetzt werden – abzüglich 7% zur Deckung eines Administrators vor Ort. Die Organisation könne jedoch nur für den Standortwechsel von «Let’s Walk Uganda» eingesetzt werden, sofern genügend Mittel gesammelt werden. Andernfalls werde das Geld gerecht auf alle gesicherten Unterkünfte für LGBTIQ in Uganda aufgeteilt.

«Zu unserer Arbeit gehört das Bereitstellen von gesicherten Unterkünften in Uganda, die Überwachung von LGBTIQ und Homophobie sowie die Fürsprache von Minderheiten, Geflüchteten und Asylbewerber*innen», sagt Nathan. Sie betont, dass sie ehrenamtlich als Geschäftsleiterin von African Human Rights Campaign walte.

Die LGBTIQ-Community in Uganda ist auf Safe Spaces angewiesen. (Bild: zvg)

Homosexuelle Handlungen zwischen Männern und Frauen sind in Uganda verboten und können mit bis zu sieben Jahre Haft bestraft werden. Das berüchtigte «Kill The Gays»-Gesetz sah die Einführung der Todesstrafe vor und wurde 2014 von Präsident Yoweri Museveni unterschrieben. Im selben Jahr erklärte das Verfassungsgericht das Gesetz für ungültig.

Anfang Oktober behauptete der Minister Simon Lokodo, das Parlament wolle die Verhandlungen für die Todesstrafe wieder aufnehmen (MANNSCHAFT berichtete). Obwohl die Regierung Ugandas eine neue Lancierung der Todesstrafe für Homosexuelle bestreitet, nimmt die homophobe Stimmung im Land zu. Unter anderem seien auch die Aussagen des Ministers dafür verantwortlich, sagte Frank Mugisha, CEO von «Sexual Minorities Uganda» gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: «In einer kurzen Zeit konnten wir eine Zunahme solcher Angriffe beobachten – das ist nicht normal.»

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