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Homohass in Wien: Mann beschimpft und am Auge verletzt

In einem Zug wurde ein Schauspieler angegriffen und verletzt

Homohass Wien
Die U-Bahn-Station Praterstern in Wien (Symbolbild/Foto: AdobeStock)

In Wien wurde ein schwuler Mann beleidigt und geschlagen. Der Fall liegt fast eine Woche zurück und wurde erst jetzt bekannt.

Robert Elsinger wurde am Mittwochabend am Praterstern als Schwuchtel beschimpft und geschlagen. Durch den Faustschlag auf das linke Auge erlitt er eine schmerzhafte Hornhautabschürfung. Das Ensemble QuerAkt, dessen Mitglied Elsinger ist, erklärt auf Facebook, man wolle mit diesem Vorfall darauf aufmerksam machen, «dass Diskriminierung nach wie vor ein aktuelles Thema ist» und LGBTIQ ermutigen, solche Ereignisse bei der Polizei zu melden.

Es passierte am vergangenen Mittwoch abends am Praterstern, einem der am meisten frequentierten Bahnhöfe Wiens. Ein Unbekannter beschimpfte und beleidigte den 30-jährigen Schauspieler zunächst in der Bahnhofshalle. Dieser versuchte, dem Mann keine Aufmerksamkeit zu schenken und ging weiter.

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«Als ich merkte, dass er mir folgte, wollte ich in der nächstbesten S-Bahn Schutz suchen. Ich dachte für einen Moment, ich hätte ihn abgehängt», so Robert gegenüber dem Portal GGG.at. Doch der Täter folgte ihm bis in den Zug und schlug ihm schliesslich aufs linke Auge.

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«Ein Fall wie der meine ist genau einer der Gründe, weshalb unsere Performance entstanden ist», erklärt der Mitbegründer von QuerAkt, einem Ensemble, das im vergangenen Jahr vier queeren Schauspieler*innen gegründet wurde.

«Homophobie ist leider immer noch allgegenwärtig und ich habe das Gefühl, dass gerade wir als jüngere Generation wieder mehr Aufklärungsarbeit und Engagement zeigen müssen, um ein Klima des Vertrauens und der Sicherheit aufzubauen.»

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Zum Valentinstag haben die Wiener Linien, die städtischen Verkehrsbetriebe der österreichischen Hauptstadt, eine Aktion für Vielfalt gestartet und mit dem Foto zweier küssender Männer geworben, die in der U-Bahn unterwegs sind (MANNSCHAFT berichtete).

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Ansonsten ist die queere Sichtbarkeit noch ausbaufähig. Nur 33 Prozent der LGBTIQ-Talente in Österreich legen gegenüber Arbeitskollegen ihre sexuelle Orientierung offen. Das belegt die internationale Studie «Out@Work» der Boston Consulting Group (BCG), für die weltweit mehr als 4.000 junge Berufstätige und Studierende unter 35 Jahren befragt wurden. In Deutschland und der Schweiz sieht es ähnlich aus (MANNSCHAFT berichtete).

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