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LGBTIQ-Aktivist aus Uganda brutal getötet

Wasswa «Brian» John erlitt bei dem Angriff zehn lebensbedrohliche Wunden am Kopf

LGBTIQ-Aktivist aus Uganda
Der LGBTIQ-Aktivist aus Uganda wurde am Sonntag beerdigt (Foto: COSF Uganda)

Der ugandische LGBTIQ-Aktivist Wasswa «Brian» John ist tot. Am Freitag wurde er in seinem eigenen Haus brutal attackiert und starb später im Krankenhaus.

Es begann am Freitag gegen 4.30 Uhr früh. Unbekannte fielen in Johns Haus in Jinja im Osten  Ugandas ein. Sie attackierten ihn mit Pangas, einer Art Buschmesser oder Machete, wie sie in Afrika verbreitet sind. Dabei fügten sie ihm zehn lebensbedrohliche Wunden am Kopf zu, des weiteren Schnittwunden am Nacken, und liessen ihr Opfer stark blutend zurück.

Das Ärzte-Team des Jinja Regional Referral Hospitals in Jinja versuchte, den stark verwundeten Aktivisten zu retten. Doch am Samstag musste die LGBTIQ-Organisation Children of the Sun Foundation (COSF) mitteilen, dass er seinen Verletzungen erlegen war. «Ein trauriger Moment für die LGBTIQ-Community in Uganda», erklärte ein Sprecher.

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Am Sonntag wurde Wasswa John in der 20 Kilometer entfernten Stadt Lugazi beerdigt.


Auf Facebook trauerten Aktivist*innen und Freund*innen, die auch auf der Beerdigung am Sonntag zahlreich vertreten waren. Im Gegensatz zu Familienmitgliedern – die hatten sich noch zu Lebzeiten komplett von Brian wegen seiner Homosexualität losgesagt.

Ugandas Botschafter für Vielfalt

Im mehrheitlich christlichen Uganda gilt Homosexualität als Straftat. Schwule und Lesben werden verfolgt, verprügelt und eingesperrt. Vor bald neun Jahren wurde der schwule Aktivist David Kato ermordet. Zuvor hatte das ugandische Hetzblatt Rolling Stone im Oktober 2010 «100 Bilder der Top-Homos» veröffentlicht, inklusive ihrer Adressen. Die Schlagzeile dazu lautete: «Hängt sie!» Kato war einer von ihnen.

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Zweieinhalb Jahre später wiederholte sich die Aktion bei einer anderen Zeitung: Das ugandische Boulevardblatt Red Pepper druckte die Namen von 200 Schwulen und Lesben ab (MANNSCHAFT berichtete).

Die seit 2012 jährlich stattfindende Pride in dem ostafrikanischen Staat wird immer wieder attackiert oder von der Polizei aufgelöst. 2016 wurden ein Dutzend Aktivist*innen und Besucher*innen der Wahlen zum Mr und Mrs Pride 2016/2017 festgenommen (MANNSCHAFT berichtete). Seit einem Jahr kämpfen Aktivist*innen für ein LGBTIQ-Zentrum (MANNSCHAFT berichtete).

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