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Niederbayern feiert zum ersten Mal Pride

Der CSD Landshut findet am 28. September statt

Lublin Pride
Foto: AdobeStock

Auch 50 Jahren nach den Stonewall-Aufständen gibt es noch CSD-Premieren. So soll Ende des Monats zum ersten Mal eine Pride in Niederbayern stattfinden: der CSD Landshut.

Der Verein Queer in Niederbayern wurde am 18. Juni 2019 gegründet – Niederbayern beschreibt den Ostteil des Freistaats, der im Nordosten an Tschechien grenzt, im Südosten an Oberösterreich. Am 28. September will das queere Niederbayern in Landshut (zum Facebook-Event), dem Regierungssitz des Bezirks Niederbayern, auf die Strasse gehen, um für Akzeptanz, Vielfalt und Weltoffenheit zu demonstrieren.

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13 Forderungen stellt der Verein auf, dazu gehört, «dass alle Menschen sicher leben können. Niemand soll sich vor körperlicher oder seelischer Gewalt fürchten müssen, egal ob körperlich, seelisch oder verbal». Zudem wird «ein konsequentes Eintreten gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit» gefordert, ein «effektive Schutz queerer Geflüchter in Unterkünften» und «dass Hassverbrechen gegenüber queeren Menschen als solche benannt und verfolgt werden».

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Als Redner werden in der 70-Tausend-Einwohner-Stadt u. a. die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), die erste offen transgender lebende Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne) (MANNSCHAFT berichtete) sowie der Landtagsabgeordnete Sebastian Körber (FDP) erwartet. Die Schirmherrschaft für den Christopher-Street-Day übernimmt der Landshuter Oberbürgermeister Alexander Putz.

AfD nicht erwünscht
Die Aufstellung für die Parade beginnt um 13 Uhr am Bismarckplatz, Mitlaufen dürfen übrigens alle die ein Zeichen für Gleichberechtigung, Weltoffenheit und Akzeptanz setzen möchten – egal ob queer oder nicht. Nur die AfD wolle man nicht dabei haben, wie man am Montag auf einer Pressemitteilung erklärte. In Deggendorf, einer der grössten Städte in Niederbayern, holte die AfD bei der letzten Bundestagswahl mit 31,5 Prozent das bayernweit beste Ergebnis.

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Die Deggendorfer AfD-Direktkandidatin Katrin Ebner-Steiner warnte vor einer «Entwertung» der Ehe durch die Eheöffnung und vor einer «Frühsexualisierung» durch das Behandeln des Themas Vielfalt im Unterricht (MANNSCHAFT berichtete). Nachdem die bayerische Landesregierung ihre Rahmenpläne ein wenig aufgefrischt hatte, warnte sie 2013 in einem Video vor der «Verharmlosung gesellschaftlich umstrittener sexueller Verhaltensweisen und Praktiken von Minderheiten».

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Vor 100 Jahren wurde Bayern zum Freistaat erklärt. Das wurde Ende 2018 gefeiert. Beim Staatsakt sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Bayern sei heute ein traditionelles wie modernes Land. Das Moderne lässt sich am Koalitionsvertrag allerdings kaum ablesen, den CSU und Freie Wähler miteinander beschlossen, jedenfalls nicht in Bezug auf LGBTIQ (MANNSCHAFT berichtete).

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