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Wegen Formalität: Oberstes Gericht der Philippinen weist Ehe für alle ab

Stattdessen soll der Kongress über die Öffnung der Ehe befinden

ehe für alle
Bild: iStockphoto

Die Klage von Jesus Falcis galt als Präzedenzfall zur Ehe für alle auf den Philippinen. Nun erteilt ihm das oberste Gericht eine Abfuhr. Der Grund: Er hatte nie versucht zu heiraten.

Die katholische Kirche geniesst auf den Philippinen einen grossen Einfluss. Abtreibungen sind verboten, ausserdem ist das Land mit Ausnahme des Vatikans der einzige Staat weltweit, in dem Scheidungen rechtlich nicht möglich sind.

Ausgerechnet hier sollte nun das oberste Gericht über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare befinden. Eine Herkulesaufgabe, der sich das Gericht scheinbar nicht annehmen wollte. Es lehnte den Fall von Jesus Falcis ab, der gegen ein Gesetz von 1987 klagte, das die Ehe als Bindung zwischen Mann und Frau definierte. Die Begründung: Falcis habe nie einen Versuch unternommen, eine Ehe mit einem Mann einzugehen. Der Kläger habe folglich nie Unrecht erfahren.

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Trotz des Urteils hielt das oberste Gericht in einem Schreiben an die Medien fest, dass die «Verfassung die Ehe nicht aufgrund der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität definiert oder einschränkt.» Es liege am Kongress, sich um die Öffnung der Ehe oder der Einführung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften zu kümmern.

«Das heisst einfach, dass wir im Repräsentantenhaus – wo wir viele Verbündete haben – weiterhin für einen Diskriminierungsschutz lobbyieren müssen», sagte Danton Romero der LGBTIQ-Partei Ang Ladlad gegenüber der Presse. Die Partei existiert seit 2003, ist jedoch weder im Repräsentantenhaus noch im Senat vertreten.

«Die Knacknuss dürfte der Senat sein, der immer noch von christlichen Fundamentalisten vertreten wird, die vergessen haben, dass auf den Phlippinen eine Trennung von Staat und Kirche herrscht.»

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Obwohl sich die Bevölkerung der Philippinen tolerant gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen zeigt, sind katholische Werte immer noch tief verankert.

Im Kampf gegen die Gesellschaft

«Die Ehe werde ich nicht mehr erleben», sagte Paolo Lorenzana, Chefredakteur des Schwulenmagazins «Team» im Interview mit Mannschaft Magazin vor drei Jahren. «Die Auffassung, dass es Schwulen nur um Sex geht, ist noch weit verbreitet.» Für viele sei das Konzept einer langfristigen homosexuellen Partnerschaft nicht greifbar.

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