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Denkmal für schwule Nazi-Opfer schon wieder beschmiert

Gegen 7 Uhr bemerkte der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Farbschmiererei auf dem Sichtfenster des Denkmals

homosexuelle Nazi-Opfer
Das Denkmal für homosexuelle Nazi-Opfer in Berlin (Archivbild: Kriss Rudolph)

Das Denkmal steht seit elf Jahren im Berliner Tiergarten und wurde bereits mehrmals beschädigt oder beschmiert.

Unbekannte beschädigten in der Nacht zum Montag das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin. Gegen 7 Uhr bemerkte der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Farbschmiererei auf dem Sichtfenster des Denkmals  an der Ebertstrasse Ecke Hannah-Arendt-Strasse und rief die Polizei. Die weiteren Ermittlungen zu der «gemeinschädlichen Sachbeschädigung» hat der Polizeiliche Staatsschutz beim LKA übernommen.

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Das Denkmal steht seit elf Jahren im Berliner Tiergarten und wurde bereits mehrmals unter grober Gewaltanwendung beschädigt. Schon drei Monate nach der Einweihung war das Fenster erstmals eingeschlagen worden.

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Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, Jörg Steinert, erstattet immer wieder Anzeige gegen Unbekannt. Wegen der wiederholten Fälle von Vandalismus will sich der LSVD Berlin-Brandenburg für eine Videoüberwachung von Gedenk- und Erinnerungsorten einsetzen. 76,2 Prozent der Mitglieder stimmten im Herbst für eine Überwachung, 23,8 Prozent war dagegen.

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Das Denkmal wurde auf Beschluss des Deutschen Bundestages gebaut und am 27. Mai 2008 der Öffentlichkeit übergeben; das Denkmal war vom dänisch-norwegischen Künstler-Duo Michael Elmgreen und Ingar Dragset entworfen worden. Die Künstler griffen dabei die Formensprache des Holocaust-Denkmals auf und ergänzten sie durch ein zusätzliches Element: In einer Fensteröffnung ist ein Film mit einer Kuss-Szene zu sehen, der in einer Dauerschleife läuft – es begann mit einem Männerkuss, der 2010 von zwei küssenden Frauen abgelöst wurde.

Betreut wird das Denkmal von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, einer bundesunmittelbaren Stiftung. Aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages vom 25. Juni 1999 betreut sie nebem dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit dem Ort der Information auch – nach einer Gesetzesänderung vom 3. Juli 2009 – das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma sowie den Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen «Euthanasie»-Morde.

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Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus in geeigneter Weise sicherstellen
Die Stiftung hat zudem den Auftrag, dazu beizutragen, «die Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus und ihre Würdigung in geeigneter Weise sicherzustellen». Sie führt Sonderausstellungen, Vortrags- und Seminarveranstaltungen durch und erstellt begleitende Publikationen.

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