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Nach Hass-Attacke auf Lesben: 4 Teenager angeklagt

Die beiden Frauen wurden Ende Mai in einem Londoner Nachtbus gedemütigt und verprügelt

homophobe Attacke
Die homophobe Attacke in London sorgte für Entsetzen (Foto: Facebook)

Vier junge Männer werden wegen des «besonders schweren Hassverbrechens» angeklagt: Ende Mai hatten sie in London ein lesbisches Paar beleidigt, gedemütigt und verprügelt. Am 21. August müssen sie vor einem Jugendgericht erscheinen.

Zwei der Jungen sind 16, einer 15, der andere 17. Wegen der Attacke auf die lesbischen Frauen müssen sie sich nun wegen des schwerwiegenden Hassverbrechens verantworten. Drei von ihnen sind zusätzlich wegen Diebstahls, Hehlerei und dem Besitz von Cannabis angeklagt.

Die Prügelattacke auf das lesbische Paar fand am 30. Mai statt: Eines der beiden Opfer, die aus Uruguay stammende Melania G., machte sie bei Facebook öffentlich: Daraufhin wurden in London insgesamt fünf Verdächtige im Alter von 15 bis 18 Jahren festgenommen. Sie wurden später gegen Kaution wieder freigelassen.

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Das Bild, das Melania bei Facebook teilte, zeigt sie und ihre aus den USA stammende Freundin Chris in einem Londoner Nachtbus. Gesichter und Kleidung sind blutüberströmt. Am 30. Mai waren sie von den Jugendlichen angegriffen worden.

«Zuvor haben wir uns wohl geküsst, als diese Männer auf uns zukamen», schrieb die 28-Jährige. Plötzlich hätte sich die Gruppe aufgeführt wie Hooligans. «Sie verlangten, dass wir uns küssen, damit sie zugucken können», hiess es in ihrem Post weiter.

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Als die Frauen sich weigerten, hätten die Teenager Münzen nach ihnen geworfen. Nachdem ihre Freundin Chris die Täter wütend zur Rede stellen wollte, eskalierte die Situation. «Ich ging hinüber, um zu sehen, dass ihr Gesicht blutete und drei von ihnen sie verprügelten. Das nächste, was ich weiss, ist, dass ich geschlagen werde.» Und weiter: «Als ich mein Blut sah, wurde mir schwindelig und ich fiel zurück.»

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Als die Jugendlichen verschwanden, sollen sie noch Melanias Telefon gestohlen haben. Das Paar wurde anschliessend in ein Krankenhaus gebracht. Melania mit Verdacht auf ein gebrochene Nase.

Politiker verurteilen homophobe Attacke
Die damalige Premierministerin Theresa May äusserte sich zu dem Vorfall: «Das war ein widerlicher Angriff, meine Gedanken sind bei dem betroffenen Paar.» Auch Labor-Chef Jeremy Corbyn verurteilte den Angriff auf Twitter: «Wir dürfen und werden diese homophobe und frauenfeindliche Gewalt in unserer Gesellschaft nicht akzeptieren.» In dem Tweet forderte er Solidarität mit den beiden Frauen und allen Mitgliedern der LGBTIQ-Community «für alles was sie durchmachen, nur weil sie sind, wer sie sind.» Auch der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den Vorfall als «ekelhaften frauenfeindlichen Angriff».

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Verstecken wollen sich Chris und Melania nach dem Hassverbrechen nicht . «Ich habe keine Angst, mich queer zu zeigen. Ganz im Gegenteil, wir sollten es noch mehr zeigen», erklärte Chris.

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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