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FC Bayern erntet Shitstorm für Pride Arena

Auf Instagram drücken viele Follower unter dem Post, der immerhin über 383.000 Fans gefällt, ihren Ärger und ihren Hass aus

FC Bayern Shitstorm
Foto: Instagram/FC Bayern
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Der FC Bayern bekannte anlässlich des CSD München Farbe, aber vielen Fans gefällt das überhaupt nicht. Bei Instagram tobt ein wahrer Shitstorm.

Beim Christopher Street Day am vergangenen Samstag in München unterstützte der Deutsche Meister den LGBTIQ-Fanclub «Queerpass Bayern». Die Anhänger nahmen mit rund 40 Personen am Umzug teil, und der FC Bayern zeigte mit Shirts und Ballons Solidarität. Auf den Shirts waren beide Logos zu sehen: das Vereinswappen und das Symbol des queeren Vereins. Zur Unterstützung wurde zusätzlich die Allianz Arena, die Heimspielstätte, wieder in den Farben des Regenbogens beleuchtet.

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«Wir wollen mit unserem Fanclub Queerpass immer wieder Zeichen für Toleranz und Vielfalt, gegen Rassismus und Homophobie setzen», erklärte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandschef des FC Bayern vorab. «Fussball ist ein verbindendes Element, und wir als weltoffener Klub wollen unseren Beitrag leisten.» Am letzten Spieltag der vergangenen Saison hatte der Rekordmeister zudem alle Eckfahnen der Arena in Regenbogen-Farben aufstellen lassen.

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«Wir sind sehr froh über das Engagement des FC Bayern. Es ist ein wichtiges Zeichen, wenn sich so ein globaler Verein des Themas Homosexualität annimmt. Er trägt damit einen wichtigen Teil zur Enttabuisierung bei», sagte Marcus Janke von «Queerpass»-Vorstand.

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Viele Fans des Vereins sind aber gar nicht froh. Aus verschiedenen Gründen. Auf Twitter etwa monierte ein Fan die Scheinheiligkeit der Bayern: «Lieber FC Bayern, ich finde, dass das eine tolle Geste ist. Gleichzeitig frage ich mich, ob – und was – ihr tut, um die LGBT-Community in Katar zu unterstützen, wo ihr eure Trainingslager ausrichtet UND wo Homosexualität mit Gefängnis bedroht ist.» Ein anderer forderte, nicht länger mit einem Regime zusammenzuarbeiten, das queere Menschen ins Gefängnis sperrt.

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Richtig viel Gegenwind bekam der Verein dafür, dass das Stadion der Bayern in Regenbogenfarben leuchtete. Auf Instagram drückten viele Follower unter dem Post, der immerhin über 383.000 Fans gefällt, ihren Ärger und auch ihren Hass aus.

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Einer hinterliess dort zehn kotzende Emojis, ein anderer schrieb: «Gott verdamme Bayern! Warum macht Ihr das?» Der Kommentar «Unfollow» wurde von über 900 Followern mit Like versehen, der Kommentar «Proud to be straight» 1300 mal, ein Post mit neun nach unten zeigenden Daumen sogar 2000 mal, der Kommentar «Everyone dislike this» bisher fast 2800 mal.

Dass angesichts dieser Reaktionen kein schwuler Fussball-Profi das Coming-out wagt, ist nur allzu verständlich.

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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