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Der 40. CSD München feiert Diversity

Zu den politischen Forderungen im Jahr 2019 gehört u. a., den Schutz vor Diskriminierung ins Grundgesetz aufzunehmen sowie die Verabschiedung eines neuen Transsexuellengesetzes

CSD München
CSD München 2018 (Foto: Erwin Harbeck)

Jubiläen über Jubiläen: Es ist der 40. Christopher Street Day in München, 25 Jahre nach der Entschärfung des Paragraph 175 und 50 Jahre nach Stonewall. Das Motto in diesem Jahr: «Celebrate diversity! Fight for equality!»

Das Plakat zur Pride zeigt eine nach oben gestreckte Faust und am Handgelenk ein Armband in Regenbogenfarben.Tim Kopplin hat es gestaltet, er ist 17 und hat gerade das Abitur hinter sich. Der Plakat ist Teil seiner Bewerbungsmappe fürs Kommunikationsdesign-Studium.

CSD München
Der CSD München stellt sein Programm vor (Martin Brunnett (Programm), Thomas Niederbühl, Julia Bomsdorf, polit. Sprecherin des CSD und Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit der Münchner Lesbenberatungsstelle LeTRa und Conrad Breyer, Pressereferent des CSD München, v.l.n.r, Foto: MANNSCHAFT)

Mit dem Motto «50 Jahre Stonewall – Celebrate diversity! Fight for equality!» will der CSD München die Vorkämpfer*innen von 1969 ehren, die sich in der New Yorker Stonewall-Bar erstmals gegen die willkürlichen Polizeirazzien wehrten. 50 Jahre später ist viel geschafft: die Entkriminalisierung von Homosexualität, Gleichstellung in der Ehe, Einführung eines dritten Geschlechts etc. Aber es bleibt noch genug zu tun.

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So gehört zu den Forderungen im Jahr 2019: «Der Schutz vor Diskriminierung im Grundgesetz, die längst überfällige Verabschiedung eines neuen Transsexuellengesetzes, die Anpassung des Abstammungsrechts, die Akzeptanz an Schulen und Unis, das alles müssen wir erst noch gewinnen», erklärt Thomas Niederbühl (Rosa Liste), politischer Sprecher des CSD München.

Homophobe Schmiererei am Bahnhof Steinibach

Der CSD München fordert zudem eine konsequente Verfolgung von Hassverbrechen. In den Ausführungen zur Hasskriminalität, die 2015 in das Strafgesetzbuch eingeführt wurden, müssten ausdrücklich auch LGBTIQ-feindliche Motive benannt werden. Ausser in Berlin ignoriere die Polizei bislang dezidiert homo- und transphobe Beweggründe für Verbrechen.

Nicht zuletzt gelte es, das Niveau zu halten und sich gegen homophobe Haltungen zu wehren, die allenthalben wieder salonfähig in unserem Land und Europa werden, so Niederbühl bei der Vorstellung des Programms Anfang vergangener Woche. «Und in vielen Teilen der Welt ist unsere Bewegung noch überhaupt nicht angekommen».

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Am Samstag nun wird in München am Mittag die Parade durch die Stadt ziehen. Als Schirmherr konnten die Organisator*innen erneut den Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gewinnen. «Der Münchner CSD leistet dabei als treibende Kraft seit Jahrzehnten nicht nur ganz hervorragende Arbeit, sondern glänzt seit jeher auch als buntes Aushängeschild für ein tolerantes und weltoffenes München», erklärt Reiter in seinem Grusswort.

Deine MANNSCHAFT-Sommerlektüre ist da!

«Sehr gerne habe ich daher auch heuer wieder die Schirmherrschaft übernommen und wünsche dem Münchner CSD 2019 sowie den Veranstaltungen der PrideWeek einen vollen Erfolg. Alle Gäste heisse ich dazu sehr herzlich willkommen!», so Reiter.

Wo stehen wir und wo geht´s hin?
Neben der Parade sind am Samstag Konzerte und Diskussionen geplant. So findet u. a. ein Talk mit dem Bavarian Mr. Leather 2019 Stefan Modschiedler und Vertretern der schwulen Fetisch-Community statt, später stellen sich die queeren Stadtratskandidat*innen in einer Talkrunde der Frage: «Queere Politik für München – wo stehen wir und wo geht´s hin?»

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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