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LGBTIQ-freie Zonen? «ttt» auf der Suche nach Diversität in Polen

Eins der Themen am Sonntag: Moral gegen Kunstfreiheit – wie die Regierung in Polen christliche Werte instrumentalisiert

LGBTIQ in Polen
Die Schwarze Madonna von Tschenstochau wurde von einer Aktivistin mit dem Regenbogen versehen (Foto: Twitter)
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Es steht nicht gut um die Rechte von Minderheiten wie LGBTIQ in Polen. Die nationalkonservative Regierung sieht in ihnen eine Gefahr für die christlichen Werte und polnische Identität. Damit beschäftigt sich die ARD-Sendung «ttt».

Die wichtigste polnische Ikone, die schwarze Madonna von Tschenstochau, mit einem Heiligenschein in Regenbogenfarben, dem Symbol der LGBTIQ-Bewegung? Kann man als politische Kunst verstehen, ist in Polen aber gleichbedeutend mit der Entweihung eines christlichen Symbols und Verletzung religiöser Gefühle – und wird als Straftat geahndet. Die polnische Aktivistin Elzbieta Podlesna wurde deswegen verhaftet.

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Vergangene Woche postete Podlesna auf Facebook, die amerikanische Episcopal-Kirche habe sie um Erlaubnis gebeten, das Bild der Mutter des göttlichen Regenbogens auf T-Shirts zu drucken, weil Vertreter*innen der Kirche an einer Pride Parade teilnehmen wollen. Man kann die Sache also auch entspannt sehen.

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Eine Charta für die Rechte von Homosexuellen ist in der Hauptstadt Warschau zwar offiziell verabschiedet worden, aber als Reaktion darauf haben sich einige Kommunen des Landes prompt zu sogenannten «LGBTIQ-freien» Zonen erklärt. Und auf der Pride-Parade in Tschenstochau werden Homosexuelle als «Schwuchteln» beschimpft.

Es steht nicht gut um die Rechte von Minderheiten in Polen, die von der nationalkonservativen Regierung als Gefahr für die christlichen Werte und polnische Identität erklärt werden. Die Sendung «ttt – titel thesen temperamente» (NDR) macht sich auf die Suche nach Diversität in Polen. Zu sehen am Sonntagabend, 23. Juni 2019, um 23.05 Uhr.

PiS schürt Klima gegen LGBTIQ in Polen
Dass die Regierungspartei PiS gezielt ein schwulenfeindliches Klima schürt und absichtlich mit Stereotypen und gesellschaftlichen Feindbildern spielt, davor warnt der schwule Präsidentschaftskandidat Robert Biedroń schon länger. Und der Chef von Polens rechtsnationalistischer Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczyński hat es kürzlich wieder getan. Schwule und Lesben bedrohten «die polnische Identität, die Nation, deren Existenz und damit auch den polnischen Staat», sagte der Politiker bei einer Veranstaltung der katholischen Kirche. Er rief seine Landsleute auf, «unabhängig von persönlichen Überzeugungen» die Rolle der Kirche zu respektieren.

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Biedroń war im Jahr 2014 zum ersten offen schwulen Bürgermeister Polens gewählt worden und hat im Februar dieses Jahres eine Pro-Europa-Partei mit dem Namen Wiosna («Frühling») gegründet, deren progressive Kampagne insbesondere bei jungen Wähler*innen Anklang findet. Im März stellte er einen Fünf-Punkte-Plan für LGBTIQ-Rechte vor, darunter: Gleichstellung der Ehe und Einbezug von Homosexualität in die Schulbildung.

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