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Homophober US-Politiker stellt Nacktfotos und Masturbationsvideo online

Mit eindeutig zweideutigen Bildern heizt Aaron Schock die Gerüchte um seine Sexualität weiter an

Stimmte während seiner ganzen Politkarriere gegen LGBTIQ-Rechte, knutscht aber gerne mit anderen Männern rum oder verschickt Nacktfotos: der ehemalige Kongressabgeordnete Aaron Schock. (Bilder: US House of Representatives/ Screenshot: Twitter / Screenshot: kennethinthe212.com)

In seiner Amtszeit hatte sich der ehemalige US-Kongress­abgeordnete Aaron Schock wiederholt gegen Abtreibung und gegen die Eheöffnung für homosexuelle Paare ausgesprochen. Nun bringen Nacktfotos sowie Knutsch- und Masturbations­videos des Republikaners die Gerüchteküche seit Wochen zum Brodeln.

Aaron Schock stellt seinen durchtrainierten Körper gerne zur Schau. Wenn er nicht gerade oben-ohne mit seinen Jungs abhängt oder am Pool posiert, knutscht er mit einem Typen am Coachella-Festival rum oder verschickt angeblich Nacktfotos und Masturbationsvideos.

Das Ganze wäre auch nicht weiter erwähnenswert, wenn es sich beim 38-Jährigen nicht um einen konservativen Republikaner handeln würde, der sich in der Vergangenheit wiederholt gegen Frauen- und LGBTIQ-Rechte ausgesprochen hatte.

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In seiner Amtszeit als US-Kongressabgeordneter des Bundesstaats Illinois von 2009 bis 2015 stimmte Schock gegen mehrere LGBTIQ-Anliegen, darunter den Schutz vor Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität. Er stimmte gegen die Ehe für alle und die Aufhebung der Praxis «Don’t Ask, Don’t Tell» der US-amerikanischen Streitkräfte, die schwulen, lesbischen und bisexuellen Angehörigen der Armee eine Offenlegung ihrer Sexualität untersagte. Zudem sprach er sich wiederholt gegen das Recht der Frau auf einen Schwangerschaftsabbruch aus und befürwortete ein US-weites Gesetz gegen den Einsatz von Bundesgeldern für Abtreibungen. Auf die Frage des Magazins Details, ob er schwul sei, erwiderte er schon 2009: «Bin ich nicht.»

Aaron Schocks gepflegtes Aussehen, das Oben-ohne-Cover von Men’s Health, sein Singleleben sowie sein modischer Auftritt im pinken Hemd am White-House-Picknick heizten die Gerüchte um seine sexuelle Orientierung während seiner Amtszeit weiter an. 2014 soll er in mehreren Schwulenbars gesichtet worden sein.

Der ausschweifende Lebensstil wurde dem Republikaner schliesslich zum Verhängnis. Im Februar 2015 wurden Vorwürfe laut, dass Schock mindestens 100’000 US-Dollar an Regierungsgeldern für die Ausstattung seiner Büros im Stil der TV-Show «Downtown Abbey» ausgeben haben soll. Zudem soll er sich an illegalen Wahlgeschenken bereichert und Privatausgaben für Autos, Konzerttickets, Massagen, Fitness-DVDs und Flüge über sein Spesenkonto abgerechnet haben. Kurz darauf gab Schock im März 2015 seinen Rücktritt aus dem Repräsentantenhaus bekannt.

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Wet or not, here I come 2019

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Seit mehreren Wochen nun landet Schock immer wieder in den Schlagzeilen bei US-amerikanischen LGBTIQ-Medien. Nach dem Knutschvideo und Oben-ohne-Foto mit schwulen Männern am Coachella-Festival im April machen nun bereits wie erwähnt Nacktfotos und ein Masturbationsvideo die Runde (Der Link geht an eine nicht jugendfreie Seite). Gemäss einer Instagram-Story soll sich Schock an einem Hotelpool wie in den «schwulen Flitterwochen» aufgeführt haben.

Viele aus der US-amerikanischen LGBTIQ-Community kritisieren die schwulen Männer, die sich mit Aaron Schock abgeben oder sich an seinem Aussehen ergötzen. Der in Ungnade gefallene Politiker sei ein Paradebeispiel toxischer Männlichkeit. «Er steht nur auf andere weisse und männlich auftretende Männer. Ohne Diskriminierungsschutz darf er ohne weiteres ‹keine dicken, keine Tunten und keine Asiaten› sagen», sagt ein Twitter-User.

«Wenn ich all die weissen Cis-Schwule sehe, die über Aaron Schock herfallen, obwohl er Abschaum ist und nicht für sein zerstörerisches Stimmverhalten geradesteht … aber klar, er hat ein Sixpack und das ist alles, worauf es ankommt, oder?» twitterte der User Cody.

Das letzte Mal öffentlich geäussert hatte sich Aaron Schock im März 2019, als das US-Justizministerium die Korruptionsvorwürfe gegen ihn fallen liess. Er hätte 2015 nicht zurücktreten sollen, sagte er in einem TV-Interview. Eine Rückkehr in die Politik wolle er nicht ausschliessen.

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