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«Ich bin schwul, und das war ich auch schon mit 4»

Martin Tietjen (bekannt als Backstage-Reporter für «DSDS» und «Let‘s Dance») hat Jochen Schropp für seinen Promi-Talk «Hosen Runter» interviewt

Jochen Schropp
Martin Tietjen (re) interviewt Jochen Schropp (Foto: Hosen Runter)
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Treffen sich zwei schwule Moderatoren auf dem Klo … Martin Tietjen hat Jochen Schropp für seinen Promi-Talk «Hosen Runter» verhört. Hier die Highlights:

Er wurde in der Schule gemobbt und im Schwimmbad unter Wasser gedrückt
«Ich wurde in der Schule eine Zeitlang richtig gehänselt, da war ich allerdings so 14-15 Jahre alt. Ich konnte mir das damals nicht so genau erklären, lag das daran, dass ich der Frauenschwarm war, also ich hatte einfach… die hübschesten Mädels waren meine besten Freundinnen, so war es halt und das lag sicherlich daran, dass ich schwul war, wenn auch nicht öffentlich. Aber ich war halt deren Freund, und ich war nicht bedrohlich für sie.

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Da waren dann schon so ein paar Jungs eifersüchtig oder zickig und es war halt damals so, die Mädels waren die Nutten und die Typen waren die Schwulis und irgendjemand hat mich dann wohl mal „Schwuchtel“ genannt und ich hab ein bisschen zu sehr gezuckt, und dann war ich halt die Schwuchtel. Und das war echt krass, ich bin damals im Schwimmbad so lange unter Wasser gehalten worden, dass ich gedacht habe ich ersticke, ich bin geschubst worden und mir wurden Sachen nachgerufen, ich habe mich da sehr sehr unwohl gefühlt…»

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Hat ihn der TV-Job verändert?
«Ja, definitiv. Ich vermisse meine Leichtigkeit die ich früher hatte, weil vieles einfach hochgekocht wird in unserer Branche. Manche Leute tun so, als würden wir am offenen Herzen operieren aber eigentlich machen wir einfach nur Fernsehen. Ich merke auch schon, dass mich der Bekanntheitsgrad einschränkt. Anfang letzten Jahres wusste ich nicht, ob Promi Big Brother weitergeht. Ich hatte den Job beim Frühstücksfernsehen noch nicht, ich hatte mir ein Haus in Südafrika gekauft. Dafür habe ich mir ein Kredit aufgenommen und ich wusste nicht wie es weitergeht. Ich hatte zum ersten Mal wieder das Gefühl Existenzangst zu haben. Mir gehts natürlich gut, aber ich hab sicherlich nicht ausgesorgt. Man fliegt halt oft auf die Fresse und verliert die Naivität und den Optimismus. Mit 24 ging es ja ganz gut los mit der Serie Sternenfänger …aber dann gab es Jahre, da gab es nur ein Casting was nicht geklappt hat. Sonst kam nichts.»

Hattest du schon mal was mit einem Arbeitskollegen?
«Also sicherlich schon mal mit jemanden der im selben Team war oder so, ja… Bei X-Factor hatte ich mal etwas mit einem Tänzer, und da hatten sowieso alle möglichen Tänzer was mit den Kandidaten und da gab es dann wohl mal eine Ansage, dass man das Talent doch bitte mal in Ruhe lassen solle …Ich habe die Ansage nicht mitbekommen, mir wurde es dann von dem Tänzer gesagt. Das fand ich sehr schade, weil wir nach X-Factor auf den Aftershowpartys immer mal ein bisschen rumgeknutscht haben, das war ganz schön.»

Jochen über sein Coming-out im letzten Jahr und seine Ängste, an die Öffentlichkeit zu gehen
«Ich wollte es ja schon vorher machen, das hatte ich dann ja auch gesagt, dass meine damalige Schauspielagentur mir davon abgeraten hat und dann fühlte sich das nicht richtig an. Ich glaube, wenn mir dieses Jahr irgendein Berater davon abgeraten hätte, hätte ich es trotzdem gemacht, aber damals fühlte sich das insgesamt nicht gut an, ich hatte ein schlechtes Bauchgefühl dabei und deswegen habe ich es dann nicht gemacht. Aber wahrscheinlich lag es auch daran, dass ich als Moderator vor 5 Jahren noch nicht so gefestigt war, dass ich mir vertrauen konnte, ich werde danach auch weiter arbeiten. Und wenn du natürlich denkst, vielleicht gefährdet dieser Schritt deine Zukunft, dann grübelst du halt drüber nach …»

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Jochen darüber, ob es zu pathetisch gedacht ist, dass jeder Prominente, der im Rampenlicht steht, auch etwas zurück gibt, um die Welt besser zu machen.
«Nee das finde ich nicht pathetisch… ich sass jetzt nicht in meinem stillen Kämmerchen und habe gedacht, ich will jetzt die Welt ein bisschen besser machen. Aber ich habe mich natürlich geoutet, nicht für mich, weil ich dachte eigentlich, ich hätte ein gutes Leben gehabt, auch ungeoutet. Also ich war ja geoutet vor meinen Freunden und meiner Familie, aber ich wollte wirklich ein Vorbild sein, weil ich mit 15 Jahren keine Vorbilder hatte. Ich hatte niemanden,.zu dem ich aufschauen konnte.

Ich hatte halt Dirk Bach und Hella von Sinnen und Ralf Morgenstern und die mochte ich wahnsinnig gerne, aber die waren natürlich viel viel schriller und schräger, als ich in der Provinz war, insofern gab es da keine wirkliche Identifikation und das wollte ich halt gerne machen. Allerdings muss ich sagen, war das Outing als Mensch für mich jetzt doch weitaus wichtiger als ich vorher gedacht hatte. Weil ich mich viel freier verhalten kann.

Und wenn wir beim Frühstücksfernsehen über irgend nen Promi reden, der sich ausgezogen hat, und Marlenchen (Marlene Lufen) sabbernd vor mir sitzt und sagte: ‚Och das ist aber auch ne heisse Schnitte‘, dann kann ich jetzt auch sagen: Du, vielleicht gehört er jetzt mir.»

Ich bin schwul, und das war ich auch schon mit vier

Mit welchem deutschen Promi würde er gerne mal schlafen?
«Das ist schwer. Ich hab eigentlich mit allen geschlafen, mit denen ich schlafen wollte.»

Hattest du schon mal Sex auf dem Klo?
«Natürlich hatte ich auf dem Klo schon mal Sex. Das ist aber Jahre her. Anfang 2000 irgendwann. Wie kommt das zustande, man findet jemanden gut, hat zu viel getrunken, weiß aber nicht ob man die Person gut genug findet um sie mit nach Hause zu nehmen. Ich hatte aber noch nie Sex mit einer Frau. Wie das kommt? Ich bin schwul, und das war ich auch schon mit vier.»

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