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Mit M wie Mut gegen Mobbing kämpfen

Ein Verein mit Sitz in Sachsen-Anhalt bietet Hilfe und Beratung für Opfer von Mobbing

Mobbing
Foto: Das M steht für Mut

Ein Verein aus Mitteldeutschland kämpft gegen Mobbing: Gegründet im vergangenen Jahr richtet sich «Das M steht für Mut» an Betroffene. Neben der Aufklärung in Schulen und bei Vereinen sind die Mitglieder in der LGBTIQ-Szene unterwegs, u. a. auf deutschen Pride-Events.

Gut 20 Mitglieder hat der Verein bundesweit, die u. a. in der LGBTIQ-Szene unterwegs und 2018 insgesamt vier Christopher Street Days besuchten, u.a. in Pirna. In diesem Jahr sollen noch zwei mehr dazukommen.

Momentan wenden sich eher Mädchen an die Anti-Mobbing-Kämpfer, meist sind sie um die 14 Jahre. Sie klagen über Mobbing in der Schule. So bekam der Verein u. a. den Aufruf einer Person bei Instagram. Zuerst versuchten sie, eine Art Erste Hilfe über das Internet zu leisten. Das sollte aber alles nichts nützen. «Also haben wir das Vertrauen aufgebaut und uns an die Schule gewendet. Ein Sozialarbeiter/Lehrer hat die Lage erkannt und wollte mit uns sprechen. Wir haben individuell Wege erläutert, wie man etwas richten könnte. Ein klärendes Gespräch zwischen Opfer, Täter, Lehrer und uns als Verein verlief positiv.»

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Vorstandsmitglied Marco Krüger war selbst sowohl Täter wie auch Opfer von Mobbing und kann sich in beiden Seiten hineinversetzen und Ratschläge gebe, erzählt er gegenüber MANNSCHAFT. «Ich habe mein Opfer damals fertig gemacht. Lieder über Ihn gesungen, weil er ‚gestunken‘ hat. Wir haben Ihn ausgelacht, dumme Sprüche gerissen und ihn schikaniert.» (Weil er jahrelang gemobbt wurde, nahm sich ein US-Teenager das Leben.)

Fertiggemacht, weil er bi ist
Danach wurde er selbst zum Opfer – durch einen ehemals besten Freund. «Er hat die gesamte Klasse dazu gebracht mit zu ignorieren, auf Social Media zu blockieren, mich auszulachen, Gerüchte zu verbreiten und mich fertig zu machen.» Er hatte damals das Gefühl bisexuell zu sein. «Das haben meine damaligen Täter auch genutzt, um Gerüchte zu streuen und mich fertig zu machen.»

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Der Verein besteht seit September 2018. Er ging aus einer Initiative hervor, die von zwei Personen getragen wurde. «2018 war für uns ein sehr erfolgreiches Jahr», sagt Marco. «Neben zahlreichen Projekten und vielen erfolgreichen Hilfeaktionen haben wir am RTL com.mit-Award teilgenommen.» Dort haben sie im Publikumsvoting, der in ganz Deutschland aktiv war, den ersten Platz belegt.

«Das hat uns unheimlich stolz gemacht und unsere Arbeit gewürdigt. Denn alle arbeiten ehrenamtlich.» Das bedeutet, dass sie nach 9 Stunden regulärer Arbeit in ihr Vereinsbüro gehen und sich mit Herzblut für andere Menschen engagieren.

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