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TeenSTAR hat auch Kurse an Sachsens Schulen gegeben

Der umstrittene homophobe Verein hat Kurse in Grundschulen in Seelitz und Hormersdorf durchgeführt

TeenSTAR
Foto: Screenshot/TeenSTAR

Der Verein TeenSTAR richtet sich mit seinen sexualpädagogischen Aufklärungsworkshops an Eltern, Kinder und Schulen. In Österreich sorgten deren homophobe Inhalte für Aufsehen. Doch auch in Sachsen war der Verein am Werk.

In den Schulungsunterlagen von TeenSTAR werden Umpolungs- bzw. Konversionstherapien befürwortet. Durch eine «Kombination von Therapie, speziellen Selbsthilfegruppen und geschulter Selbstsorge» könnten Lesben und Schwule das eigene «heterosexuelle Potential» entwickeln. Auch an sächsischen Grundschulen hat TeenSTAR Workshops durchgeführt. Die LINKE-Fraktion im Sächsischen Landtag befragt nun die Landesregierung in einer Kleinen Anfrage zu den Aktivitäten von TeenSTAR in Sachsen.

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Für Tom Haus aus dem Landesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) Sachsen ist klar: «Eine ultrakonservative Sexualmoral und das Predigen von Umpolungsangeboten für Homosexuelle hat an sächsischen Schulen nichts zu suchen. TeenSTAR ist eine Gefahr für Kinder und Jugendliche. Die sächsische Landesregierung hat dafür zu sorgen, dass TeenSTAR der Zugang zu Bildungseinrichtungen verwehrt wird und Lehrkräfte wie Verwaltung vor diesen Angeboten gewarnt werden.» In einer Pressemitteilung weist der LSVD daraufhin, dass TeenSTAR Deutschland seine Kurse in Grundschulen in Seelitz und Hormersdorf in Mittel- und Südsachsen durchgeführt hat.

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So gab es etwa vor zwei Jahren einen Kurs von TeenSTAR in der 4. Klasse einer evangelischen Grundschule Hormersdorf. Auf der Homepage des Vereins ist das Feedback von Kindern nachzulesen: Mädchen sollen u. a. den Wunsch geäussert haben, «dass TeenSTAR noch zu vielen anderen kommt».

Bis vor einigen Monaten war der international agierende Verein TeenSTAR auch in Österreich aktiv. Die dortige Koordinierungsstelle für Gesundheitsförderung sieht in den Workshops von TeenSTAR eine Gefährdung von Kindern und Jugendlichen. Nach massiven Protesten darf der Verein dort nicht mehr an Schulen eingeladen werden.

In Deutschland wird auf Bundesebene gegenwärtig ein Verbot sogenannter Konversionstherapien geplant. Gesundheitsminister Jens Spahn hat kürzlich dazu eine Fachkommission eingerichtet, in der auch der LSVD vertreten ist. Diese soll Vorschläge für ein wirksames Verbot von sogenannten Konversionstherapien erarbeiten. Die Therapien werden vor allem von religiös-fundamentalistischen Organisationen angeboten.

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Tom Haus vom LSVD Sachsen zufolge zielen diese Angebote ausgehend von einer Abwertung von Homosexualität und mit dem Vorwand, ratsuchenden Menschen zu helfen, auf eine Änderung der sexuellen Orientierung ab. «Solche Behandlungsangebote haben massive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Die Folgen sind oftmals soziale Isolation und Depressionen, die bis zum Suizid führen können», so Haus.

Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit sind keine Krankheiten und bedürfen deshalb auch keiner Therapie

Auch die SPDqueer aus Sachsen fordert ein Ende von TeenSTAR-Workshops in sächsischen Schulen. «Unter dem Deckmantel einer scheinbar modernen und ganzheitlichen Sexualpädagogik, vermittelt der Verein TeenSTAR christlich-fundamentalistische Inhalte und betreibt ideologische Gehirnwäsche an Kindern und Jugendlichen», so Oliver Strotzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Akzeptanz und Gleichstellung in der SPD Sachsen.

«Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit sind keine Krankheiten und bedürfen deshalb auch keiner Therapie. Der Weltärztebund warnt ausdrücklich vor solchen Pseudotherapien und den Folgen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Die Folgen können von Depressionen bis hin zu Suizid reichen.»

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Sachsens Kultusministerium ist gefordert
Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, fügte hinzu: «Schulen sind ein geschützter Raum, in dem pseudowissenschaftliche Gehirnwäsche an Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen haben. Sexualpädagogik soll Heranwachsende in ihrem Selbstbewusstsein stärken und vor Missbrauch schützen und ihnen keine christlich-fundamentalistische Weltanschauung vermitteln.» Man fordert darum das Sächsische Kultusministerium auf, dem Verein die Betätigung an Sächsischen Schulen zu untersagen und den Schulen dahingehend eine unmissverständliche Empfehlung zu geben.

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