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«Auf nach Casablanca?» – trans Menschen zwischen 1945 und 1980

Mit der Berliner Broschüre sollen einzelne Lebensgeschichten gewürdigt und an den Mut und die Leistung der Personen erinnert werden

trans Menschen
Foto: Screenshot

«Auf nach Casablanca?» ist eine neue Broschüre über trans Menschen zwischen 1945 und 1980. Die Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung in der Berliner Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung hat sie veröffentlicht.

Die Lebensrealitäten von trans Menschen nach 1945 waren in beiden deutschen Staaten von Ausgrenzung, Diskriminierung, Pathologisierung und Rechtlosigkeit geprägt. Allein das Wissen, dass es in der nordafrikanischen Stadt Casablanca einen Arzt gab, der seit den 1950er Jahren geschlechtsangleichende Operationen durchführte, war für manche eine Hoffnung.

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Erst Ende der 1970er Jahre stellten die «Verfügung zur Geschlechtsumwandlungen von Transsexualisten» (DDR) und das «Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen», das sogenannte Transsexuellengesetz (BRD) einen Durchbruch zur rechtlichen Anerkennung dar.

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Der Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Dirk Behrendt (Grüne) erklärt dazu, trans Menschen seien schon immer Teil der LGBTIQ-Communities gewesen und mit der Berliner Stadtgeschichte eng verbunden. «Über ihre Lebensentwürfe, ihre Beiträge zur Emanzipation, ihre ganz individuell ausgetragenen Kämpfe für die Anerkennung ihrer Existenz und die Erfolge und Rückschläge hierbei wissen wir noch viel zu wenig. Die Broschüre gibt einen ersten spannenden Einblick.»

Der Senator ist auch zu Gast beim nächsten MANNSCHAFT-Talk mit Kriss Rudolph am 23. Juni im Berliner BKA-Theater.

Die Broschüre enthält eine Expertise von Dr. Sabine Meyer und Beiträge von Ulrike Klöppel, Julia Noah Munier, Karl-Heinz Steinle, Adrian de Silva und Niki Trauthwein. Mit der Veröffentlichung sollen die einzelnen Lebensgeschichten gewürdigt und an den Mut und die Leistung der einzelnen Personen erinnert werden. Darüber hinaus werden Forschungsdesiderate und -perspektiven aufgezeigt und Ideen für die zukünftige Geschichtsforschung skizziert.

Dem Berliner Senat ist es ein Anliegen, im Rahmen der Initiative «Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt» u.a. auch die Geschichte transgeschlechtlicher Menschen in der Erinnerungskultur sichtbar zu machen.

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Die 106-seitige Broschüre mit 21 Abbildungen ist kostenfrei erhältlich bei der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, Salzburger Str. 21-25, 10825 Berlin,

Seit 2009 wird der 31. März als International Transgender Day of Visibility (TDOV) begangen. In diesem Jahr gibt es in Deutschland immerhin etwas mehr Sichtbarkeit – dank Tessa Ganserer.

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