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«Homosexualität ist doch kein Beruf, den man sich aussucht!»

Der Mode- und Möbeldesigner Guido Maria Kretschmer kritisiert die CDU-Chefin für ihre ablehnende Haltung der Eheöffnung

Guido Maria Kretschmer
Foto: Facebook

Guido Maria Kretschmer hat sich in einem Interview zum Thema Eheöffnung und zu seiner eigener Hochzeit geäussert. Dabei sparte der Designer und Moderator auch nicht mit Kritik an CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer.

Vor einem halben Jahr hat Guido Maria Kretschmer auf Sylt den Maler Frank Mutters geheiratet – die beiden Männer sind seit über 30 Jahren ein Paar. Nun hat er sich in einem Interview mit dem Portal Der Westen zum Thema Eheöffnung und zur ablehnenden Haltung der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer geäussert. «Was ist das für ein Wahnsinn! Homosexualität ist doch kein Ausbildungsberuf», so Kretschmer. «Man sucht sich das nicht aus. Und wenn man anständig lebt, wieso soll ich nicht die Chance haben, dass ich allen zeigen kann, dass Frank und ich zusammengehören?»

Ich wünsche ihr sehr, dass sie mal zwei schwule Söhne bekommt, das wäre mein grösster Traum.

Es sei ihm unbegreiflich, so Kretschmer, wie man sich heute hinstellen und sagen könne, dass die Ehe zwischen Mann und Frau heilig sei. «Es wird doch keinem etwas genommen, es wird nur Menschen etwas geschenkt. Ich habe nichts gegen Frau Kramp-Karrenbauer, aber ich wünsche ihr sehr, dass sie mal zwei schwule Söhne bekommt, das wäre mein grösster Traum. Dann würde sie spüren, was das mit einem macht, wenn der Sohn darum bittet, heiraten zu können.»

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Vor vier Jahren hatte Kramp-Karrenbauer gegenüber der Saarbrücker Zeitung die Eheöffnung indirekt mit Inzucht und Polygamie verglichen. «Wir haben in der Bundesrepublik bisher eine klare Defitinion der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau», so Kramp-Karrenbauer damals.

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«Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschliessen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen. Wollen wir das wirklich?»

Zu Kramp-Karrenbauers ablehnender Haltung sagte der Moderator der Sendung Shopping Queen, die 2019 auch in der Schweiz stattfindet, ausserdem: «Ich fand es nur erstaunlich, dass sie so denkt. Dann ist sie nicht die, die an meiner Seite stehen könnte. Sie ist dann niemand, den ich unterstützen könnte, da frage ich mich was das soll und warum man das tut! Schliesslich wird Annegret Kramp-Karrenbauer nichts genommen.» Sie könnte sich eher freuen, dass es so viele gibt in diesem Land, die aufpassen, die die Fahne für Demokratie, für Anstand und solche Dinge hochhalten, meint Kretschmer. «Ich finde, die Ehe für Alle ist eine Errungenschaft von Menschlichkeit.»

Die Aussagen der CDU-Politikerin fand er unbegreiflich und «blöd, weil sie das ja auch immer wieder wiederholt hat». Dafür war sie sogar von einem CSU-Berater als «reaktionär» kritisiert worden.

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Kretschmer erzählte ausserdem von einem Brief eines älteren Herrn, der ihm das Herz gebrochen habe. Der Mann habe sich früher so geschämt für seinen Enkelsohn, weil der schwul war. Und als dann in Deutschland die Ehe geöffnet wurde, habe er Kretschmer geschrieben: «Ich würde mich so freuen, wenn sie das machen würden, denn Sie waren immer ein grosses Vorbild für meinen Enkel. Ich hätte das vor zehn Jahren anders gesehen, aber jetzt bitte ich Sie, dass sie das tun, weil ich will, dass dieser Junge genauso wie Sie gut durchs Leben kommt.»

Der Brief hat ihn sehr berührt, und er habe ihn seinem Partner Frank gezeigt. Worauf der gesagt habe: «Ja wir machen es.»

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