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Zweiter HIV-Patient dank Stammzellen-Transplantation virenfrei

Die bisher einzige dokumentierte «Heilung» eines HIV-Patienten ist elf Jahre her – nun macht der «Londoner Patient» Schlagzeilen

Londoner Patient
Bild: iStockphoto

Zum zweiten Mal weltweit ist ein HIV-Patient nach einer Stammzellen-Transplantation virenfrei. Dem an Blutkrebs erkrankten «Londoner Patient» waren Stammzellen eines Knochenmark-Spenders mit einer seltenen genetischen Veränderung transplantiert worden. Das war vor 11 Jahren erstmals geglückt.

Bei dem Mann, dessen Identität geheimgehalten wird, gebe es nun seit fast 19 Monaten kein Anzeichen des AIDS-Virus. Der Fall wurde am Montag durch das Magazin Nature publik gemacht, am Dienstag sollte er auf einer HIV-Konferenz in Seattle vorgestellt werden. Das Virus ist bei ihm nicht mehr nachweisbar. Von einer «Heilung» mögen Experten nicht sprechen, da bisher lediglich zwei Fälle bekannt seien.

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Die bisher einzige dokumentierte «Heilung» eines HIV-Patienten ist der Fall des US-Bürgers Timothy Brown vor über elf Jahren. Er war ursprünglich in den 90er Jahren in Berlin als positiv getestet worden.  Die Heilung setzte bei dem als «Berliner Patient» bekannt gewordenen Brown ein, nachdem ihm an der Charité Spender-Knochenmark transplantiert worden war. Dieses wies eine genetische Veränderung auf, die eine Infektion mit HIV verhindert – wie jetzt im Londoner Fall.

Unterstützung für «Londoner Patient»
Brown zeigte sich am Dienstag bei Facebook hocherfreut über die Nachricht. Er respektiere die Entscheidung des Mannes aus London, anonym bleiben zu wollen – er habe damals auch seine Privatsphäre für eineinhalb Jahre gewahrt. Nun bot er dem «Londoner Patienten» seine Hilfe an.

Sein behandelnder Arzt Gero Hütter hatte damals die rettende Idee: Er sucht einen Stammzellspender – und zwar einen, der sich nicht mit HIV anstecken kann, weil er resistent ist. Verantwortlich ist dafür eine seltene Veränderung im Gen namens «CCR5». 2007 gelang die Sensation: Die Stammzellen sorgten dafür, dass Timothy Brown von HIV geheilt wird – und auch vom Krebs.

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Der Fall des «Berliner Patienten» ist nicht allgemein auf andere HIV-Positive übertragbar, heisst es in einer Einschätzung auf IWWIT.de. Allerdings habe man inzwischen auch bei einem neugeborenen HIV-positiven Baby das Virus durch eine Behandlung unmittelbar nach der Geburt eliminieren können – auch dies ein Sonderfall.

Für Georg Behrens, Präsident der Deutschen AIDS-Gesellschaft, sind die Ergebnisse sehr vielversprechend: «Diese Behandlung ist zwar sehr experimentell, bringt uns aber dennoch voran, da sie für eine begrenzte Zahl von Patienten neue Optionen erschliesst», so Behrens laut dpa.

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Nur etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung hat laut Deutscher AIDS-Hilfe die genetische Anlage für den fehlerhaften CCR5-Rezeptor. Nur jeder Hundertste sei darum «weitgehend immun» gegen HIV, aber eben nicht vollständig.

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