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3900 Euro Strafe: Pizzeria in Jerusalem wollte Schwulen nicht bedienen

Sammy Kanter hat die Pizzeria wegen Diskriminierung angezeigt – und gewonnen.

Teure Pizza: Der Pizzaladen muss eine Geldstrafe bezahlen, weil sie einen schwulen Gast nicht bedienen wollten. Foto: pexels

Einen Tag nach der Pride-Parade in Jerusalem wollte Sammy Kanter in eine Pizzeria gehen. Weil er schwul ist, wollte ihn der Kellner nicht bedienen. Für die Diskriminierung muss die Pizzeria jetzt zahlen.

Cincy, die Abkürzung für die US-Grossstadt Cicinnati, steht in Regenbogenfarben auf dem weissen Muskelshirt, das Sammy Kanter Anfang August getragen hat. Nur einen Tag nach der Pride-Parade wollte der angehende Rabbiner mit einem Freund in eine Pizzeria gehen. «Bist du schwul?», wurde er dort gefragt. «Ja», antwortete der. Die kurze, aber unmissverständliche Reaktion: «Raus!», sagte der Kellner, und zeigte auf die Tür.

Sammy Kanter, in den USA geboren, war geschockt. «Ich dachte immer, Israel sei der Ort, wo sich Juden immer wie zu Hause fühlen können. Ein Land, das jüdische Werte lebt. Und ein Ort, der weltweit führend bei LGBTQ-Rechten ist», postete er auf Facebook.

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Sammy Kanter hat gegen die Pizzeria gewonnen. Foto: Israel Religious Action Center – IRAC

Anti-Diskriminierungsgesetz seit 2000

Doch nicht nur das: Sammy Kanter hat den Pizzaladen angezeigt. Denn in Israel gibt es seit 2000 ein Gesetz, das die Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verbietet. Das Gericht hat ihm Recht gegeben. Die Pizzeria muss eine Strafe von 16.000 Schekel zahlen (etwa 3900 Euro).

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«Ich bin stolz darauf, damit an die Öffentlichkeit gegangen zu sein», erklärte er. «Ich will sichergehen, dass Unternehmen wissen, dass Diskriminierung nicht geht. Gleichzeitig will ich denen, die Angst haben, sie selbst zu sein, zeigen, dass sie auch in diesem Land gefeiert werden.»

Solche Urteile «machen die Gesellschaft besser»

Anat Hoffman vom Israel Religious Action Center, eine israelischen Menschenrechtsorganisation, begrüßt die Entscheidung. Das Gesetz gegen Diskriminierung werde sei exzellent, werde jedoch nicht häufig genutzt. Er sagte der Seite «Religion News Service»: «Wenn den Leuten nicht die Konsequenzen ihres Fanatismus gezeigt werden, bleiben sie Fanatiker.» Solche Urteile würden zeigen, dass das Anti-Diskriminierungsgesetz wirke und die Gesellschaft besser mache.

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Auch die israelische queere Organisation A Wider Bridge freut sich über das Urteil: «Wir applaudieren Sammy und der ganzen LGBTIQ*-Gemeinde in Israel für diesen wichtigen Sieg.»

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