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Kritik an Buch über Daniel Küblböck: «respektlos» und «Grabräuberei»!

Der ehemalige DSDS-Teilnehmer wird seit Anfang September vermisst. Nun hat seine ehemalige Stylistin ein Buch geschrieben

Daniel Küblböck
Foto: Marek & Beier Fotografen; rechts: Promo

Der ehemalige «Deutschland sucht den Superstar»-Teilnehmer Daniel Küblböck wird seit September vermisst. Er war während einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York bei Neufundland über Bord gegangen. Nun erscheint ein Buch seiner ehemaligen Stylistin unter dem Titel «Daniel Küblböck – die wahre Geschichte», wogegen sich seine Familie ausgesprochen hat. Ein Vertrauter des queeren Sängers kritisiert die Veröffentlichung als «Grabräuberei».

Peter Panzer gilt als Vertrauter Küblböcks. Der ehemalige blu-Journalist, der in München eine Marketing-Agentur betreibt hatte sich nach dem Verschwinden Küblböcks u. a. auf seinem Instagram-Account geäussert: Der Sänger habe die Gefahr gesucht, sei aber nicht absichtlich gesprungen.

Nun meldet sich Panzer erneut zu Wort. Grund ist die Veröffentlichung eines Buches über den Sänger.

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«Wenn eine Stylistin ein Buch über Daniel Küblböck als «einzig wahre Geschichte» veröffentlicht, dieses als «perfektes Weihnachtsgeschenk“ anpreist und sich darüber beschwert, dass die Familie sie dabei nicht unterstützt, begeht meiner Meinung nach nur eins: Grabräuberei. Und das an einem Grab, dessen Bewohner noch nicht für tot erklärt wurde und das es nicht einmal in der Form eines Grabsteins gibt», schreibt er auf voisz.com.

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Auch wenn die Autorin selber erkläre, sie stelle den Sänger ausschliesslich positiv dar und dokumentiere ihre persönlichen Erlebnisse mit ihm, um ihm ein Denkmal setzen, kritisiert Panzer den Umgang mit dem Buch. Vor allem, weil es „als die einzig wahre Geschichte über Daniel Küblböck» angekündigt werde.

«Glauben Sie nicht, dass die Eltern ihren Sohn vielleicht etwas besser kennen könnten, als Sie es tun?», fragt Panzer in seiner Stellungnahme, an die Autorin gerichtet.

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Er räumt ein, den Inhalt des Buches nicht zu kennen. Doch die Veröffentlichung rufe bei ihm  «zwangsläufig das Gefühl hervor … sich am Tod von Daniel Küblböck bereichern zu wollen.»

Schliesslich fordert er die Autorin auf, die Einnahmen des Buches zu spenden.

«Wenn es Ihnen so wichtig wäre, ihm damit ein «Denkmal“ zu setzen, dann sollten Sie dieses Denkmal auch mit den Einnahmen daraus untermauern. Dies könnten Sie zumindest damit erreichen, die Einnahmen für einen guten Zweck, der zu Daniel Küblböck passen würde, zu spenden. So würden Sie zugleich den Vorwurf der «Geldmacherei» aus der Welt räumen. Die Respektlosigkeit gegenüber der Familie und Angehörigen bliebe dennoch bestehen. Aber es wäre zumindest ein Zeichen, dass Sie noch etwas Menschliches in sich tragen.»

Ich kann zu hundert Prozent ausschließen, dass Daniel einen Selbstmord geplant hatte

Küblböcks Vater Günther hatte im September auf daniel-kueblboeck.de geschrieben:

«Daniel war nicht depressiv, aber er hatte seit kurzem psychische Probleme, die man wohl am Besten mit einer Art Psychose beschreiben kann. Ich kann für mich zu hundert Prozent ausschließen, dass Daniel einen Selbstmord geplant oder vor hatte sein Leben zu beenden. Dies kann er nur in einem Ausnahmezustand getan haben, ohne sich wirklich im Klaren darüber zu sein, was er tut und welche Folgen das haben wird. Wir haben uns durch seine plötzliche Wesensveränderung, die sich in den letzten Wochen in vielen Facetten gezeigt hat, große Sorgen gemacht und so habe ich alles daran gesetzt, diese Reise zu verhindern … Ich hatte daher schon im Vorfeld die Verantwortlichen des Schiffes darum gebeten, ein besonderes Auge auf Daniel zu haben.»

Die Zeitschrift IN hatte kürzlich über die Buchveröffentlichung berichtet und Günther Küblböck um ein Statement gebeten, Dazu habe es «aus seinem näheren Umfeld» geheissen: «Er findet es absolut würdelos und will es durch ein Statement nicht noch bekannter machen.»


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