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Karliczek (CDU) bleibt Fragestunde zu Regenbogenfamilien fern

Kai Gehring (Grüne): Karliczek diskriminiert Regenbogenfamilien, obwohl sie es als Forschungsministerin besser wissen könnte

Kai Gehring
Kai Gehring (Foto: Screenshot)

Kai Gehring (Grüne) wollte der deutschen Forschungsministerin am Mittwoch in der Fragestunde des Deutschen Bundestags die Gelegenheit geben, sich zu erklären. Doch Anja Karliczek liess sich nicht blicken und schickte ihren Staatssekretär und Parteifreund Thomas Rachel vor. Dessen Antworten fielen enttäuschend aus.

Mit ihrer Unwissenheit über den Forschungsstand über Kinder aus Regenbogenfamilien hatte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), im November für Wirbel gesorgt. Der Abgeordnete Kai Gehring hat der Ministerin am Mittwoch (12.12.2018) in der Fragestunde des Bundestags die Gelegenheit gegeben, sich zu erklären.

Doch die Ministerin liess sich nicht blicken, wie Gehring bemängelt, und schickte ihren Staatssekretär und Parteifreund Thomas Rachel vor. Allerdings konnte er die diskriminierenden Ausfälle von Karliczek nicht erklären, noch wollte er sich dazu äussern, wie Bundesprogramme wie die Netzwerke «Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie»  oder «Queer Studies» seitens des Bundes stärker unterstützt werden können.

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Gehring, Forschungs- und Bildungsexperte der Grünen im Bundestag, könne darüber nur den Kopf schütteln. «Als Abgeordnete diskriminiert Karliczek Regenbogenfamilien, obwohl sie es als Forschungsministerin besser wissen könnte, dass es Kindern gleichgeschlechtlicher Paare bestens geht.»

In einem Interview mit n-tv hatte die Katholikin und Mutter von drei Kindern die Art, wie der Beschluss zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Deutschland herbeigeführt wurde, kritisiert und erklärte, man brauche eine Langzeitstudie zur Entwicklung von Kindern in homosexuellen Partnerschaften. Diese Forderung hatte heftige Kritik ausgelöst, da solche Studien schon lange in umfangreicher Zahl vorliegen.

Besonders getroffen habe Gehring das fehlende Bekenntnis, stärker gegen Diskriminierung vorzugehen. «Kindern mit gleichgeschlechtlichen Eltern geht es genauso gut wie Kindern, die mit verschiedengeschlechtlichen aufwachsen. Viel grösser ist aber die Gefahr, in der Schule oder in Jugendclubs gemobbt zu werden.» Wenn es Karliczek und Rachel wirklich ernst sei mit dem Kindeswohl, würden sie Anti-Mobbing-Initiativen stärken müssen, so Gehring.

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Der grüne Bundestagsabgeordnete kündigte an, er werde auch künftig kritisch nachfragen und rät: «Die Forschungsministerin Karliczek sollte die Abgeordnete Karliczek im Zweiaugengespräch mal aufklären.»

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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