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Die Suche nach eigener Identität kennt keine Grenzen

«Las Herederas» erhielt 2018 den TEDDY Award der Mannschaft. Nun läuft der Film im Kino

Die Leserjury der MANNSCHAFT vergab im Februar den TEDDY Award an Marcelo Martinessis Film «Las Herederas» aus Paraguay – eine Geschichte über das lesbische Paar Chela und Chiquita. Nun ist er endlich im Kino zu sehen. Zunächst in Deutschland, die Schweizer Zuschauer müssen sich noch bis Januar gedulden.

Mit den Jahren haben sich die Protagonistinnen des Films in einer festen Rollenverteilung eingerichtet. Die extrovertierte Chiquita regelt das gemeinsame Leben. Chela hingegen verlässt eher ungern das Haus, lieber verbringt sie den Tag hinter ihrer Staffelei. Finanzielle Schwierigkeiten zwingen sie dazu, Teile ihres geerbten und geliebten Mobiliars – allesamt Erinnerungsstücke – zu verkaufen.

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Angy lockt Chela aus der Reserve
Als Chiquita wegen Überschuldung ins Gefängnis kommt, ist Chela plötzlich auf sich allein gestellt. Mit ihrem alten Daimler bietet sie einen Taxi-Service für wohlhabende ältere Damen aus der Nachbarschaft an.

Las Herederas

Beim Chauffieren lernt sie auch eine von deren Töchtern kennen, die junge, lebensfrohe Angy. Diese Begegnung lockt die eher passiv auftretende Chela aus der Reserve und lässt sie ihre eigenen Sehnsüchte neu entdecken.So zurückhaltend und vorsichtig wie seine Heldin erkundet der Film die Aussenwelt und richtet den Blick zunehmend auf eine Gesellschaftsschicht, die seltsam abgeschottet von der Wirklichkeit in den Tag hineinlebt. Wenn Chela ihre Freundin im Gefängnis besucht, entfaltet sich dagegen ein ganz anderes Bild von den Verhältnissen in Paraguay.

Las Herederas: viel Gefühl, ausdruckstarke Bilder

Die Begründung unserer Jury wurde von Laudator Michael Roth (SPD), dem Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, verlesen:

«Marcelo Martinessi zeigt, dass die Suche nach der eigenen Identität keine Alters-, Geschlechts- oder Statusgrenzen kennt. Mit viel Gefühl, ausdruckstarken Bildern und einem hervorragenden Cast entführt er seine Zuschauer*innen in das Leben einer Frau, die trotz aller Probleme und Krisen einen Zugang zur Liebe und zu sich selbst findet. Las Herederas entspinnt seine Geschichte stets behutsam und gewährt den Figuren den nötigen Raum, um wachsen zu können. Ein Film, der nachhallt und Kraft schenkt.»

Der TEDDY Readers‘ Award – powered by Mannschaft ging im Februar 2018 an Marcelo Martinessis Film «Las Herederas» aus Paraguay. Der Preis war mit 1.000 Euro dotiert.

Einen Tag später wurde Martinessis Spielfilmdebüt bei der Verleihung der Berlinale-Bären noch mit dem Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet und Ana Brun (Chela) als beste Schauspielerin geehrt.

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