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Gegen die Stigmatisierung von Menschen mit HIV gibt es kein Medikament

Die Stigmatisierung der von HIV-betroffenen Menschen ist nach wie vor gross und es herrscht weiterhin verbreitet Unwissen. Noch immer weiss ein Grossteil der Bevölkerung nicht, dass eine korrekt durchgeführte HIV-Therapie die Übertragung des HI-Virus verhindert.

Moderne HIV-Therapien ermöglichen trotz der Krankheit eine immer bessere Lebensqualität. Die Zahl der HIV-Positiven die 50 Jahre und älter sind, hat sich seit 1995 mehr als verdoppelt: Ein langes, erfülltes Leben ist also auch für die Betroffenen möglich. Gegen die Stigmatisierung gibt es leider bisher kein wirksames Medikament.

Text von Christina Walder

Die Diagnose HIV-positiv ist seit über 20 Jahren kein Todesurteil mehr: Bei rechtzeitigem Therapiebeginn gehört HIV, wie z.B. Diabetes, zu den chronischen Krankheiten; sie ist noch nicht heilbar, aber gut therapierbar.

In der Schweiz leben offiziell rund 17’000 bis 20’000 Menschen mit HIV. Doch trotz Präventionskampagnen und Entstigmatisierungs-Aktionen herrschen immer noch viele Vorurteile gegenüber der Krankheit. Erstaunlich auch, dass nicht nur in der Allgemeinbevölkerung Wissenslücken und Unsicherheiten zum Thema HIV bestehen: Gemäss einer Online-Befragung im Auftrag von Gilead Sciences schätzen auch die Betroffenen selbst ihre Zukunftsperspektiven ziemlich negativ ein.

Trotz HIV so alt werden wie die Gesamtbevölkerung

Die Befragung wurde im Dezember 2016 in Frankreich, Italien, Spanien, Grossbritannien und Deutschland über einen Zeitraum von vier Wochen zum Thema «Erwartungen ans Leben mit HIV» durchgeführt. Sie zeigte, dass Betroffene im Vergleich zu den nicht infizierten Befragten dreimal häufiger davon ausgehen nicht so lange zu leben wie ihre Freunde und ihre Familie.

Doch dank des medizinischen Fortschritts können Menschen mit HIV heute unter vergleichbaren Bedingungen annähernd gleich alt werden wie Menschen ohne HIV – vorausgesetzt, sie beginnen frühzeitig die für sie passende Therapie. Regelmässige Bluttests, allfällige Anpassungen der Medikation inklusive.

Wie bei jeder chronischen Erkrankung ist der Organismus HIV-Betroffener stärker belastet als bei einem Gesunden. Deshalb ist es wichtig Sorge zu tragen: Körperliche Fitness, gesunde Ernährung, Rauchstopp und die Pflege von sozialen Beziehungen – Massnahmen, die sich wenig unterscheiden von nicht infizierten Menschen, die gesund ein hohes Alter erreichen wollen. Was aber für HIV-Betroffene eine Belastung darstellt, ist die gesellschaftliche Stigmatisierung.

Berührungsängste müssen «passé» werden

Körperkontakt und ein gesundes, aktives Liebesleben tragen zur körperlichen und seelischen Gesundheit bei. Die Angst vor Ansteckung mit dem HI-Virus ist in der Gesellschaft aber immer noch weit verbreitet. Die Diskriminierung treibt bunte Blüten: Dasselbe Geschirr, dieselbe Toilette benutzen oder gar Sex mit einem HIV-positiven Menschen? Dann doch lieber nicht.


Video by Aleksi Rantamaa (YouTube)

Was viele immer noch nicht wissen:
Nimmt ein HIV-Betroffener regelmässig und ohne Unterbruch seine Medikamente, wird mit den heutigen Therapien das Virus so unterdrückt, dass es auch durch sexuellen Kontakt nicht mehr übertragen werden kann. Um die Übertragung von anderen Krankheiten wie zum Beispiel Syphilis zu vermeiden, wird dennoch die Benutzung eines Kondoms empfohlen.

Gemeinsam gegen Stigmatisierung

Ob HIV-positiv oder HIV-negativ: Eine aufgeklärte Gesellschaft ist Voraussetzung, dass betroffene Menschen integriert und vorurteilsfrei leben können. Mit der Website embrace-life.ch leistet das Pharmaunternehmen Gilead einen Beitrag und will mit Aufklärung und den aktuellsten Informationen der Stigmatisierung entgegenwirken. Einen schönen Beitrag zu dem Thema Stigmatisierung finden Sie auch auf YouTube.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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