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Trans* Day of Remembrance: Mehr Schutz und Sensibilisierung gefordert

Vor 20 Jahren fand der TDoR erstmals statt

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(Bild: iStock)

Mit dem Trans* Day of Remembrance (TDoR) wird seit 20 Jahren den Opfern von transfeindlicher Gewalt gedacht. Zum TDoR am 20. November fordert die Bundesvereinigung Trans* e.V. (BVT*) mehr Sensibilisierung und Schutz vor transfeindlichen Straftaten

Laut Statistik von Transgender Europe wurden von 2008 bis Oktober 2018 weltweit 2.982 trans* Menschen ermordet. Doch aufgrund der mangelhaften statistischen Erfassung wird die Dunkelziffer jedoch viel höher geschätzt, erklärt Julia Monro vom Vorstand der Bundesvereinigung Trans* e.V. (BVT*).

Umdenken bei Strafverfolgung gefordert
«Weltweit sind Gewalt und Diskriminierung gegen trans* und ‚genderdiverse‘ Menschen weit verbreitet. Viele Opfer beklagen, dass Strafanzeigen ins Leere laufen, sodass von vornherein davon abgesehen wird. Es gibt keine aussagekräftigen Statistiken und Täter*innen kommen meistens ungestraft davon. Trans* Personen sehen sich jedoch laut einer Studie grundsätzlich mit multiplen Belastungen konfrontiert. Dadurch ziehen die Folgen der Straftaten einen wesentlich intensiveren Grad der Schädigung nach sich. Deshalb fordern wir ein Umdenken in der Strafverfolgung. Die Gründung der Fachgruppe Trans beim Mitarbeiter*innennetzwerk für LGBTIQ in Polizei, Justiz und Zoll (VelsPol Deutschland e.V.) ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, doch muss auch der Gesetzgeber besser vor Transfeindlichkeit schützen!»

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Wiebke Fuchs vom BVT* Vorstand ergänzt: «In Deutschland können seit 2014 zwar Straftaten mit ‚rassistischen, fremdenfeindlichen oder sonstigen menschenverachtenden Motiven‘ schwerer bestraft werden. Doch Straftaten gegen trans* Personen werden bisher nicht gesondert erfasst, wenn überhaupt fälschlicherweise unter ‚sexueller Orientierung‘. Wir fordern den Schutz vor transfeindlichen Straftaten u.a. mit einer detaillierten Aufschlüsselung derselben, mit der Umsetzung der Istanbul Konvention des Europarats und der sogenannten Opferschutzrichtlinie der EU, die Opfer von Straftaten aufgrund ihrer Geschlechtsidentität explizit schützt. Außerdem müssen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte dazu besser sensibilisiert und in dem Bereich fortgebildet werden.»

Mord an afroamerikanischer Transfrau Rita Hester gab den Ausschlag
Mit dem Trans* Day of Remembrance (TDoR) wird Opfern von transfeindlicher Gewalt gedacht. Vor 20 Jahren wurde der TDoR das erste Mal abgehalten. Im November 1998 wurde in den USA die afroamerikanische Transfrau Rita Hester ermordet. Bald darauf fand eine Mahnwache in Gedenken an Rita statt, an der über 250 Menschen teilnahmen. In der Folge gründete die Transgender-Aktivistin Gwendolyn Anne Smith aus San Francisco das Internet-Projekt «Remembering Our Dead», aus dem später zu Ehren von Rita Hester der internationale Transgender Day of Remembrance hervorging.

Am 26. Juli 2017 wurde das Gesetz zu dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (kurz: Istanbul-Konvention) im Bundesgesetzblatt verkündet. Damit soll der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt nachhaltig gestärkt werden. Anfang Februar 2018 ist das rechtlich bindende Menschenrechtsinstrument in Deutschland in Kraft getreten. Die Opferschutzrichtlinie (Richtlinie 2012/29/EU vom 25. Oktober 2012 über Mindeststandards für die Rechte, die Unterstützung und den Schutz von Opfern von Straftaten) ist am 15. November 2012 auf der Ebene der EU in Kraft getreten. Mit dem Gesetz sollen Betroffene von Straftaten besser über ihre Rechte im Verfahren informiert werden.

Viele Events finden zum TDoR statt, zum Beispiel:

Augsburg: Treffpunkt 19:00 Uhr am Königsplatz

Berlin: Treffpunkt 17:00 Uhr an der U-Bahn Haltestelle Augsburger Straße (Demo) und ab 19:00 Uhr Kundgebung am Rathaus Schöneberg

Emden: Treffpunkt 14:00 – 19:00 Uhr Constantiaplatz 4, Hochschule Emden

Frankfurt am Main: Treffpunkt 17:00 Uhr am Brockhausbrunnen /Höhe Zeil 87

Zürich: 18 bis 20 Uhr  Stille Mahnwache im Fussgänger_innen Bereich gegenüber Helmhaus

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