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DFB will mit Web-Seminar Homophobie im Fussball bekämpfen

Das 40-minütige Webinar gibt wichtige Anstöße zur Reflektion eigenen Handelns und Hinweise zur Förderung der Verhaltenssicherheit in schwierigen Situationen

Homophobie im Fussball
Foto: Pixabay

Der Umgang mit Homosexualität ist im Sport, vor allem beim Fussball immer noch viel zu häufig von Tabuisierung und Ausgrenzung geprägt. Der Deutsche Fussball-Bund will das ändern, gemeinsam mit seinem Botschafter für Vielfalt Thomas Hitzlsperger.

Vertreter der 26 DFB-Regional- und Landesverbände trafen sich am Mittwoch in Frankfurt zum Erfahrungsaustausch „Vielfalt sexueller Identitäten“, an dem auch der offen schwule ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger teilnahm. Zum Abschluss des Termins schaltete der DFB ein Webinar frei, das im Auftrag des Dachverbands vom wissenschaftlichen Leiter der Bildungs- und Forschungsinitiative „Fussball für Vielfalt – Fussball gegen Homophobie und Sexismus“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH), Prof. Dr. Martin Schweer (Universität Vechta), entwickelt wurde.

Hier im DFB-Webinar werden Begriffe wie Coming-out, aber auch geschlechtliche Identität erklärt. Zudem werden unterschiedliche Situationen durchgespielt, die für schwule Spieler oder lesbische Spielerinnen verletzend sein können.

Der 52-malige Nationalspieler Hitzlsperger, der bei der ARD ein gefragter Experte bei der Fussball-WM war, engagiert sich für den DFB seit 2017 als Botschafter. „Ich setze mich für ein besseres Verständnis von Vielfalt und gegen Diskriminierung ein. Vielfalt ist ein Erfolgsfaktor – auch auf dem Fußballplatz. Ich habe mich sehr über die vielen Teilnehmer am heutigen Termin gefreut, wodurch sich die große Bereitschaft der Regional- und Landesverbände an einer aktiven Mitarbeit bei diesem Thema widerspiegelt. Dort geschieht schon sehr viel, auch heute habe ich von tollen Projekten erfahren“, sagte der Vize-Europameister von 2008 laut einer Pressemitteilung des DFB.

 Fußball hat eine enorme Integrationskraft, um gesellschaftliche Vorurteile zu überwinden

Dr. Katarina Barley begrüßt das Bildungsprojekt als Zeichen für einen kulturellen Wandel: „Bis heute ist der Umgang mit Homosexualität auch im Sport leider viel zu häufig von Tabuisierung und Ausgrenzung geprägt. Dabei hat gerade der Fußball eine enorme Integrationskraft, um gesellschaftliche Vorurteile zu überwinden“, sagt die Bundesjustizministerin, die zugleich auch Kuratoriumsvorsitzende der BMH ist.

Homophobie im Fussball
Screenshot/Webinar

Das vierteilige, 40-minütige Online-Webinar auf DFB.de informiert über Ursachen und Erscheinungsformen von Sexismus und Homophobie im Fußball, zugleich gibt es wichtige Anstöße zur Reflektion eigenen Handelns und Hinweise zur Förderung der Verhaltenssicherheit in schwierigen Situationen, so etwa im Umgang mit Diskriminierungen gegenüber lesbischen oder schwulen Spielerinnen und Spielern.

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