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«The Cakemaker» – zu schwul oder zu hetero?

Diesen Film schickt Israel ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film

The Cakemaker

Israel schickt «The Cakemaker» ins Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Die Liebesgeschichte zwischen einem Berliner Konditor und einem Geschäftsmann aus Jerusalem läuft seit 1. November in den deutschen Kinos und am 11.11.2018 beim Filmfestival PinkPanorama in Luzern.

In Tschechien lief er schon, in Spanien auch und in Israel sowieso, dort wurde «The Cakemaker» als bester Film ausgezeichnet. «Eine meisterliche Fabel», fand die New York Times, die Variety schwärmte von einem «herzzerreissenden Debüt». Nur in Deutschland, wo die Geschichte des Films ihren Lauf nimmt, bekommt man ihn erst jetzt zu sehen.

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«Es war schwierig, einen deutschen Verleih zu finden», erzählt Regisseur Ofir Raul Graizer. «Die einen sagten, der Film ist zu schwul, den anderen war er zu hetero. Ein Argument, das wir nur in Deutschland gehört haben.»

Tatsächlich ist sein «Cakemaker» ist ein sinnlicher Film, eine Geschichte darüber, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen voneinander lernen. Vordergründig geht es um das Thema Backen, darin macht Thomas niemand etwas vor. Im Café Kredenz in der Kantstrasse backt er die tollsten Torten und Kekse. Die schmecken auch dem israelischen Geschäftsmann Oren.

The Cakemaker
Bringt mit «The Cakemaker» seinen ersten Langfilm ins Kino: Ofir Raul Graizer (Foto: Promo)

Aus der Liebe zum Kuchen entsteht eine Leidenschaft zwischen beiden Männern, die sich jedoch nur einmal im Monat sehen. Denn Oren hat eine Frau und einen Sohn in Jerusalem. Als Thomas erfährt, dass sein Liebhaber einen tödlichen Unfall hatte, begibt er sich nach Jerusalem in das Café von Anat, der Witwe Orens. Sie gibt ihm zunächst einen Aushilfsjob, später fängt er auch bei ihr an, seine Torten und Plätzchen zu backen. Das ist gut für das Geschäft, stört aber den Bruder von Oren – was der Deutsche da treibt, hält er für nicht koscher, im wörtlichen und übertragenen Sinn. Währenddessen kommen sich Anat und ihr deutscher Mitarbeiter immer näher …

Liebe geht bekanntlich durch den Magen, diese deutsche Redewendung kennt Grazier natürlich, der als Kellner und Koch arbeitete, um sein Studium an der Filmhochschule in Israel zu finanzieren. Seit neun Jahren lebt er in Berlin, hat dort nicht nur seine Filmidee realisiert, die er schon viele Jahre mit sich herumtrug.

The CakemakerNach einem Café, das für seinen Film geeignet ist, hat er lange suchen müssen. Irgendwann stiess er auf das Café Kredenz in Berlin-Charlottenburg. «Ich suchte ein Café, in dem ich beim Betreten spüre: Das ist es, hier könnte Thomas arbeiten und backen», erzählt Grazier. Die Betreiber des kleinen Cafés, wo es laut Grazier die besten Kuchen in Berlin gibt, waren offen für die Dreharbeiten und verlangten im Gegensatz zu anderen Locations kein Vermögen.

«Es war ein kleines Wunder», erinnert sich der Filmemacher, der hier mit dem «Cakemaker» seinen ersten Langfilm realisiert hat.

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