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Lesbisches Liebesdrama mit Ellen Page gewinnt Publikumspreis in Hamburg

Die Jury vergab den Preis an den libanesischen Essayfilm „Room for a Man“ von Anthony Chidiac

Lesbisch Schwule Filmtage
29. Lesbisch Schwule Filmtage mit "My Days of Mercy" (Foto: Promo)

„My Days of Mercy“ mit Ellen Page und Kate Mara gewann den Publikumspreis der 29. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg. Sieben Preise wurden am Sonntagabend verliehen.

In dem Drama spielt Page die Tochter eines Mannes, der zum Tode verurteilt wurde. Weil es vom Gerichtsurteil bis zur Hinrichtung aber ein langer Weg ist, kämpft Lucys Familie weiterhin mit allen Mitteln für sein Leben. Dann allerdings begegnet Lucy der Anwältin Mercy (Kate Mara), die bei dem politischen Rechtsstreit die Gegenseite vertritt. Die beiden Frauen verlieben sich, und Lucys Weltsicht gerät ins Wanken. Der Film wurde produziert von der US-amerikanischen Filmregisseurin Christine Vachon, einer der Begründerinnen des New Queer Cinema.

Lesbisch Schwule Filmtage
Wurde bei den 29. Lesbisch Schwulen Filmtage geehrt: Anthony Chidiac (Foto: Promo)

Zudem gingen acht Langfilme ins Rennen um den mit 5000 Euro dotierten Jurypreis, der dieses Jahr von Jan Künemund (Berlin, Deutschland), Yavuz Kurtulmus (Wien, Österreich) und Érica Sarmet (Rio de Janeiro, Brasilien) verliehen wurde.

Die Jury hat den Preis an den libanesischen Essayfilm „Room for a Man“ von Anthony Chidiac vergeben. Sie habe einen Film gesehen, „der in jedem seiner sorgfältig komponierten Bilder den großen Reichtum dieser Auseinandersetzung zeigt“, hieß es in der Begründung der Jury. „Er formuliert gegenüber der normativen Erwartung des Coming-out ein ästhetisch konsequent ausformuliertes Angebot des „Inviting In“ – in eine Wohnung, ein Versteck, einen sicheren Raum, in dem Weltkarten und Träume von einem besseren Leben für gefährdete und unsichtbar gemachte Menschen an die Innenwand gezeichnet werden und auch dann noch dort bleiben werden, wenn eine neue Tapetenschicht sie wieder verdecken wird.“

Eine lobende Erwähnung ging an den Dokumentarfilm „Silvana – Väck mig när ni vaknat“ des schwedischen Regiekollektivs von Olivia Kastebring, Mika Gustafson und Christina Tsiobanelis.

Nach fünf Festivaltagen mit 65 Filmvorstellungen und insgesamt 123 Lang- und Kurzfilmen wurden am Sonntagabend die sieben Filmpreise der 29. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg | International Queer Film Festival verliehen. Rund 15500 Zuschauer*innen füllten die Festivalkinos und Veranstaltungsorte und viele von ihnen nutzen die Chance, um über die sechs Publikumspreise abzustimmen. Sie sind mit jeweils 1000 Euro dotiert, dem Gewinnerfilm von Made in Germany winkt ein Distributionsvertrag bei der Edition Salzgeber.

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