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Das sind die deutschen Top 100 LGBTIQ Executives

Mit der Liste der Top 100 Führungskräfte wollen die Initiatoren eine Sichtbarkeit an positiven Rollenbildern schaffen

LGBTIQ Executives
Drei der deutschen Top LGBTIQ-Führungspersönlichkeiten: Miriam Meckel, Ralph Breuer, Katrin Suder (v.l.n.r.)

Anlässlich des Internationalen Coming-Out-Day am 11. Oktober veröffentlichen Uhlala und Prout at Work eine Liste von 100 geouteten Führungspersönlichkeiten – unter den Top 10 der LGBTIQ Executives gibt es sechs Frauen und vier Männer. Man habe bereits seit längerem erkannt, dass es klar an positiven LGBTIQ-Rollenbildern in senioren Positionen in der deutschen Unternehmenswelt fehle. „Was das Problem damit ist? Was man nicht sieht wird man nicht werden!“ so Albert Kehrer von Prout at Work.

„Wenn aufstrebenden Talenten nicht vorgelebt wird, dass ihnen trotz oder gerade aufgrund eines Coming-out alle Türen offenstehen, werden sie sich nicht zutrauen, dass das auch ihre Zukunft sein kann.“ Mit der Liste „Germany’s Top 100 Out Executives“ strebe man genau diese Sichtbarkeit an positiven Rollenbildern an. Weit über 100 Personen hätten sich in den vergangenen drei Monaten entweder selber nominiert oder wurden von anderen nominiert.

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Verantwortung als Vorbild
Eine hochrangige Jury, darunter Janina Kugel, Mitglied des Vorstands bei Siemens, und Ana-Christina Grohnert, Mitglied des Vorstands der Allianz Deutschland, beriet sich, um das Ranking zu erstellen. Grundlage der Entscheidung waren neben der Seniorität auch das Engagement, welches die Kandidat*innen für das eigene Thema in der Arbeitswelt an den Tag legen. Die Top 25 Personen auf der Liste nehmen Ihre Verantwortung als Vorbild über das eigene Unternehmen hinaus war.

Nicht alle Personen in Top-Führungspositionen, die den Organisatoren und Jury-Mitgliedern teilweise persönlich bekannt sind, stehen auf der Liste. Obwohl die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen bereits vollzogen ist, so trauen sich viele nicht mit ihrem Namen auf einer Liste veröffentlicht zu sein. Es gibt bei vielen immer noch Vorbehalte, dass die eigene Karriere Schaden nehmen könnte. Dies ist auch der Grund warum im ersten Jahr nur ein Ranking der Top 25 Out Executives stattfindet. „Deutschland hat mehr Vorbilder als auf dieser Liste sind.“ so der Initiator der Liste Stuart Cameron von Uhlala. Ziel ist es, jedes Jahr weitere 100 Top-Führungskräfte auf diese Liste aufzunehmen.

Es muss normal werden, dass man offen mit seiner sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz umgehen kann

„Nicht um der Liste willen, sondern, weil sie für sich erkannt haben, welchen positiven Einfluss sie auf die noch ungeouteten LGBTIQ-Menschen haben.“ Jean-Luc Vey von Prout at Work ergänzt: „Hieran zeigt sich, dass es unsere Liste braucht. Es muss normal werden, dass man offen mit seiner sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz umgehen kann.“ Stuart Cameron merkt weiter an „Außerdem ist es eine hohe Auszeichnung als Führungskraft auf dieser Liste zu stehen. Man kommt nur auf diese Liste, wenn man eine herausragende Führungspersönlichkeit ist.“

Hier geht’s zur Liste:

GERMANY’S TOP 100 OUT EXECUTIVES Liste 2018

LGBTIQ-Diskriminierung

Urteil: Bäcker dürfen schwulem Aktivisten Torte verweigern

Coming-out-Day

Coming-out – so geht das