in

HIV & Aids – Zeit zum Umdenken

Ende Mai findet in Lugano die Lugano Pride statt, Anfang Juni in Zürich die Gay Pride. Aber das Interesse an HIV und Aids sinkt. Geblieben sind die Vorurteile.

von Max Winiger

Junge Menschen wissen kaum noch, was HIV/Aids genau ist. Ältere hingegen haben die Schreckensberichte über Aids noch in guter Erinnerung. Geblieben ist bis heute ein grosses Unbehagen, wenn jemand sagt: «Ich bin HIV-positiv.» Dabei ist es höchste Zeit, umzudenken. «HIV-Positive ohne nachweisbare Viruslast müssen nicht mehr befürchten, dass sie ihre Sexualpartner oder -partnerinnen anstecken. Mütter unter effizienter HIV-Therapie übertragen das Virus nicht auf ihr Kind, und die Fortpflanzung kann natürlich erfolgen.» Das sagt die Eidgenössische Kommission für sexuelle Gesundheit EKSG in ihrem Swiss Statement.

Nicht nachweisbar – nicht übertragbar

Zu verdanken ist diese erfreuliche Tatsache unter anderem der Pharmaforschung. Heute kann bei frühzeitiger Diagnose das HI-Virus so unter Kontrolle gehalten werden, dass es im Blut nicht mehr nachweisbar und entsprechend auch nicht mehr übertragbar ist. Gleichzeitig ermöglichen moderne Therapien auch eine immer besser werdende Lebensqualität. Das Immunsystem ist weniger geschwächt, die Nebenwirkungen sind nicht mehr so stark wie noch vor einigen Jahren, als Patienten eine Handvoll Tabletten mehrmals pro Tag einnehmen mussten. Die Lebenserwartung HIV-positiver Menschen in der Schweiz nähert sich dem statistischen Durchschnittswert an.

Die frühzeitige Behandlung Neuinfizierter unterstützt die HIV-Prävention. Es gibt Modelle, die zeigen, dass bei einer frühzeitigen, flächendeckenden Behandlung die HIV-Epidemie gestoppt werden kann.2014 hat UNAids – ein Programm der UNO zur Bekämpfung von HIV/Aids – das Ziel definiert, bis 2020 90% aller HIV-positiven Menschen weltweit zu diagnostizieren. Davon sollen 90% therapiert sein und von diesen wiederum 90% viral unterdrückt sein. UNAids geht davon aus, dass durch Erreichen dieses Ziels die Aids-Epidemie weltweit bis 2030 beendet werden kann.

Stigmatisierung geht weiter

2015 wurden bei der Aids-Hilfe Schweiz 115 Diskriminierungsfälle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte erheblich grösser sein. Nach wie vor werden viele Menschen mit der Diagnose HIV ausgeschlossen, stigmatisiert. Und es gibt auch immer noch zu viele Menschen, die aus Angst vor einer gesellschaftlichen Isolierung trotz Risikosituation keinen Test durchführen.

Paradoxerweise führt genau diese überholte Haltung der Gesellschaft und damit verbunden die Angst der Risikogruppen dazu, dass die Eindämmung von HIV unter Umständen noch länger andauert. Es braucht entsprechend noch mehr Aufklärung und Information. Nicht nur an den Gay Prides respektive dem Christopher Street Day am jeweils letzten Samstag im Juni oder am Welt-Aids-Tag, sondern auch ausserhalb der Community homosexueller Menschen.

Gilead leistet mit der Website www.embrace-life.ch einen Beitrag und will die Information und Aufklärung rund um das Thema HIV und Aids unterstützen. Denn noch immer ist die HIV-Infektion eine chronische Erkrankung. Betroffene Menschen leben mit ihrer Krankheit, setzen sich jeden Tag damit auseinander. Sie haben ein Recht darauf, in die Gesellschaft integriert zu sein.

Weitere Informationen über die Kampagne von Gilead (Schweiz) finden Sie hier.

001/CH/18-03/NP/1134, created 03/18

Schwules Paar attackiert

Berlin-Neukölln: Schwules Paar attackiert

Begleite uns in den Zoo!