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Für konservativen CDU/CSU-Flügel gehören Regenbogenfamilien nicht zu Deutschland

Im Ringen um den künftigen Kurs von CDU und CSU haben unionsinterne Merkel-Kritiker ein „konservatives Manifest“ verabschiedet. Das Papier der sogenannten „WerteUnion“ fordert ein Ende des Kurses der Union Richtung Mitte und richtet sich nicht nur scharf gegen Merkels Flüchtlingspolitik von 2015. Ein halbes Jahr nachdem die ersten Ehen von Schwulen und Lesben geschlossen wurden, betont das Manifest:

„Ehe und Familie sind für uns die wichtigsten Grundlagen unserer Gesellschaft. Dabei sehen wir das Leitbild „Vater, Mutter, Kinder“ als elementaren Grundpfeiler an.“ Regenbogenfamilien, in denen schwule Väter und/oder lesbische Mütter Kinder erziehen, zählen offenbar nicht. (Der Nollendorfblogger Johannes Kram sagt: „Ohne Homophobie funktioniert der Markenkern der Konservativen nicht.“) Weiter heißt es in dem Manifest: „In diesem Zusammenhang sprechen wir uns gegen staatliche Förderung der ideologisch motivierten sogenannten Genderforschung aus.“ Zum Vergleich: Auch die AfD will sämtliche staatliche Förderung der Genderforschung beenden, das beschloss der Bundesparteitag in Köln vor einem Jahr.
Wir können die AfD überflüssig machen

Das Manifest wurde am Samstag bei einem Treffen der Werte-Union aus konservativen Politikern der CDU/CSU im Palais Hirsch beschlossen. Es dringt unter anderem auf ein schnelles und konsequentes Abschieben illegaler Einwanderer und ein Ende der doppelten Staatsbürgerschaft. Ein Grußwort des offen schwulen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) wurde von den rund 100 Teilnehmern mit viel Beifall aufgenommen. Die Union brauche Kreise wie die Werte-Union und die Besinnung auf einen klugen liberalen Konservatismus, betont Spahn in dem Schreiben. „Wenn wir reden und handeln in einer Haltung, die breite, sich bürgerlich fühlende Schichten zuletzt oft schmerzlich vermisst haben, dann können wir die AfD überflüssig machen.“

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Die Werte-Union war von einem Jahr in Baden-Württemberg gegründet worden. Neber der Ablehnung des Islam und der Forderung, „dass sich die Union wieder auf ihre Grundwerte besinnt und unsere auf dem Christentum fußenden Überzeugungen im politischen Alltag umsetzt“, fordert man in dem jetzt beschlossenen Papier auch die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft. Zudem will man die Wiedereinführung der Wehrpflicht prüfen.

Abschließend heißt es in dem Papier: „Die WerteUnion möchte diese Ziele gemeinsam mit ihren Mutterparteien CDU und CSU vorantreiben. Hierfür halten wir es für notwendig, dass unsere drei Säulen des Markenkerns – die konservative, die wirtschaftsliberale und die christlich-soziale – wieder an Profil gewinnen. Die Union muss hierfür Persönlichkeiten aufbauen, die diese Flügel durch ihr Auftreten glaubhaft vertreten können. Angesichts der Etablierung einer Partei rechts von CDU/CSU ist insbesondere der konservative Flügel zu stärken und zu integrieren, statt ihn auszugrenzen. Die WerteUnion möchte ihren Teil dazu beitragen, dass CDU und CSU wieder zu erfolgreichen Volksparteien werden.“

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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