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Sex unter der Decke: ein SWISS Flight Attendant packt aus

Schwule Piloten sind keine Seltenheit mehr (Bild: Adobe Stock)

In einem Flugzeugen sitzen viele Leute auf engen Raum für eine lange Zeit zusammen. Was läuft also so in Sachen Flirts & Sex über den Wolken? Wir haben bei einem 33-jährigen Flugbegleiter der SWISS nachgefragt.

Was nervt dich an Passagieren am meisten?
Wenn sie keinen Anstand haben. Wenn sie, ohne einem eines Blickes zu würdigen und ohne zu fragen eine ganze Handvoll Schöggeli aus dem Körbchen hamstern. Aber da muss man drüber stehen. Und dem eigenen Mami für die gute Erziehung danken.

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Kennst du schwule Piloten?
Ja, immer mehr. Bei der neuen Generation von jungen Piloten scheint ein Outing zum Glück kein grosses Problem mehr zu sein. Ich kenne auch eine Transgender-Pilotin, die früher schon bei uns flog.

Sex über den Wolken: schon gehabt oder jemanden dabei erwischt?
Weder noch. Das kommt wohl seltener vor als vielleicht gedacht. Das liegt vielleicht auch an der Anordnung der Toiletten, die sind nicht sehr abgeschirmt. Ich kenne aber schon Leute, die erzählen, sie hätten schon auf ihren Plätzen unter der Decke gefummelt. Das geht auf Nachtflügen problemlos.

Wie oft kommt es vor, dass dir Passagiere ihre Nummer zustecken?
Das kommt vor, aber selten, vielleicht einmal im Jahr. Andere Kollegen sammeln da viel fleissiger. Ich bin während der Arbeit nicht sehr flirty, das wirkt sich merklich negativ auf die Bilanz aus.

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Viele schwule Männer arbeiten als Flight Attendants: kommt es da unter den Flugbegleitern auch zu Bettgeschichten?
Ja klar. Man ist ja nach dem Flug meistens noch 1-2 Nächte zusammen im Hotel, geht aus, hat Spass. Da passiert es natürlich ab und zu, dass was läuft. Oftmals sind in den Hotels auch noch weitere Besatzungen von anderen Airlines untergebracht, da muss man jeweils nicht lange grindrn, wenn man was sucht. Und nicht weit gehen.

Also auch schon mal einen Piloten als Bettfreund gehabt?
Leider nicht, steht aber auf der Bucket-List.

Kennst du Geschichten aus den Crew-Bunks, den Ruheräumen der Flugbegleiter, im Flugzeug?
Grundsätzlich ist das eher schwierig, da die Crew aufgeteilt in zwei Schichten schlafen geht. Daher sind immer mindestens vier weitere Crewmitglieder gleichzeitig mit im Bunk. Und es sind schmale Einzelbetten. Aber ich weiss, dass es da natürlich Ausnahmen gibt und es auch schon welche geschafft haben, etwas vor Schichtbeginn noch ein bisschen ungestört zu sein. Wilde Sexpartys im Crewbunk gibts aber leider nur in der Fantasie – und in Filmen.

Wie vertreibt man sich auf der Langstrecke die Zeit in den Crew-Bunks?
Mit Schlafen. Und sonst mit Musik hören, die neuen Bunks haben sogar Bildschirme. Mühsam ist es eher auf Nachtflügen, wenn man auf den Schichtwechsel für die Pause wartet. Alle Passagiere schlafen, man hat nichts zu tun, sitzt gelangweilt in der Bordküche und kann sich kaum noch wach halten.

Gibt es auch Zoff im Team in der Luft? Und wie löst ihr das?
Das kommt eher selten vor. Da man meistens mit Leuten fliegt, die man vorher nicht kannte, verbleibt man während der kurzen Zusammenarbeit in einer frühen Phase der Teambildung, da reissen sich alle noch zusammen. Und wenn nicht, dann bleibts bei kleinen Zickereien, meistens gegen Ende des Fluges, wenn man müde ist. Aber es gibt natürlich immer mal wieder Crewmitglieder, mit denen man das Heu nicht auf der gleichen Bühne hat, aber damit muss man sich arrangieren können.

Nervt Tomatensaft ausschenken irgendwann mal nicht?
Das ist ein Mythos. Und ehrlich gesagt, die paar Flugbegleiter, die sich über das Servieren von Tomatensaft aufregen, gehen mir auf die Nerven. Es ist ein kleiner Handgriff mehr für die Gewürze, get over it! Lustigerweise servieren wir bei der Swiss aber auf der Kurzstrecke gar keinen Tomatensaft in der Economy.

Wie reagierst du, wenn du als Saftschubse bezeichnet wirst?
Ich kann das mit Humor nehmen. Viele Leute denken, unser Job würde nur daraus bestehen, Sandwiches zu verteilen und Getränke in Plastikbecher abzufüllen. Dabei ist der Job sehr abwechslungsreich, und wenn man auf der Langstrecke die Küche in einer der vorderen Klassen schmeisst, muss man den Kopf ganz schön beieinander haben. Von den sicherheitsrelevanten Aufgaben ganz zu schweigen.

Deine schlimmste/speziellste/schönste Erfahrung in der Luft?
Das schlimmste Erlebnis war ein böser Sturm bei der Landung an der Destination, wir mussten zweimal durchstarten bis wir umgeleitet wurden. Viele Passagieren haben sich übergeben, einige haben sogar geweint. Das Speziellste sind sicher immer wieder bekannte VIP’s die an Bord sind. Das Schönste oder die Schönsten sind vielleicht Jungs von Sportmannschaften, die teilweise mit uns fliegen.

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