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Zürcher Schwulenclub und seine lesbische Stadtpräsidentin

Der aktuelle Zürcher Stadtrat

«Gibt es unsere Stadtpräsidentin Corine Auch wirklich? Nope!» – so postet der Schwulenclub auf seinem Instagram-Account – begleitet von einem Wahlzettel für die Stadtpräsidium-Wahlen mit Filippo Leutenegger’s Name drauf.

Der in der Zwischenzeit gelöschte Instagram-Post

Ein LGBT-Club, der den nicht sehr LGBT-freundlichen FDP-Stadtrat bewirbt? Leutenegger erreicht im Ranking von «Regenbogenpolitik.ch», die die Kandidaten_innen auf ihre politischen LGBT-Themenhaltung befragt, gerade einmal 27% (SP-Frau Corine Mauch 100%, GLP-Mann Andreas Hauri 100%). So lehnt er öffentliche Beiträge für das Zürcher Regenbogenhaus ab, will die sexuelle Orientierug und Geschlechtsidenität als Fluchtgrund nicht anerkennen oder lehnt die Erweiterung des Antidiskriminerungsartikel auch für LGBT ab. Was hat der Post also zu bedeuten?

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«Wir haben da einfach einen Fehler gemacht», so Marco Uhlig, Geschäftsleiter von Heaven. «Worum es uns als Club in Zürich geht, ist, dass wir den Eindruck haben, dass die ganze Stadtregierung unsere Anliegen und Leistungen für Zürich nicht angemessen wahrnimmt. Und damit auch Frau Mauch als Stadtpräsidentin». Uhlig beklagt die vielen aktuellen Hürden als KMU im Nachtleben und die fehlende Unterstützung aus der aktuellen Stadtregierung. «Wir möchten unsere Gäste dennoch auch darauf hinweisen, dass mit dem neuen Parlament und insbesondere dem neuen Stadtrat auch die Weichen gestellt werden, wie sich das Nachtleben in Zukunft in unserer Stadt gestaltet», so Uhlig weiter.

An Leutenegger schätze er die breite Unterstützung in den Bereichen Liberalisierung des Gastwirtschaftsgesetz, Öffnungszeiten oder den Abbau von bürokratischen Hindernissen und Auflagen. Die kritische Haltung Leuteneggers zu LGBT-Themen war dem Chef des Schwulenclubs aber nicht bewusst: «Was wir aber nicht wussten und erst mit dem Posting erfuhren, ist seine Haltung zu LGBT-Themen. Die Website Regenbogenpolitik macht für uns deutlich, dass er für LGBT-Menschen in der Stadt Zürich nicht wählbar ist».

Bleibt die Frage, was sich die Clubbetreiber von der zukünftigen Stadtregierung wünschen? «Unser Wunsch an Frau Mauch ist, dass sie diese wichtigen LGBT-Anliegen auch umsetzt mit aller Kraft, denn sie hat zwar 100% dieser Anliegen zugestimmt, aber sie trotzdem in ihren über acht Jahren als Stadtpräsidentin nicht umgesetzt geschweige denn in Angriff genommen», so Uhlig. Fairerweise fügt er an, dass er sich sehr wohl bewusst sei, dass die Stadtpräsidentin keineswegs die politische Agenda alleine bestimmen kann. «Insofern war der Post vielleicht etwas unglücklich».

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Der Heaven Club hatte sich schon in der Vergangenheit immer mal politisch geäussert und eingesetzt. So unterstützt er das Zurich Pride Festival, andere finanzschwache Pride-Anlässe wie zum Beispiel die Europride in Riga, die Jugendorganisation «Milchjugend» oder veranstaltete politische Events wie die Abstimmungsparty letztes Jahr, als die CVP mit ihrer Eheinitiative die gleichgeschlechtliche Ehe verbieten wollte.

Der Instagram-Post wurde in der Zwischenzeit gelöscht und bewirbt nun stattdessen die Webseite von regenbogenpolitik.ch: «Damit ihr auch einen Stadtrat wählt, der sich für unsere LGBT-Anliegen einsetzt», so der Kommentar.

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